Stiftungsfest am 6. Januar 2026 |
Unsere Stiftung ist nicht allein „unterwegs“ in Zentralamerika. In Bayern bestehen besondere Dekanats-Partnerschaften mit nationalen lutherischen Kirchen: München – El Salvador, Nürnberg – Nicaragua, Aschaffenburg – Costa Rica. Diese Partnerschaftsaktivitäten zu koordinieren und zu fördern ist Aufgabe des Lateinamerikareferats im Centrum Mission EineWelt in Neuendettelsau. Unbenommen aber ist es, regionale Aktivitäten miteinander zu vernetzen. Beim Sommerfest am 1. Juni begleitete Diakon Dietmar Frey, der Partnerschaftsbeauftragte des Dekanats München, unsere Stipendiatin Cynthia Johnke, die ein Schul-Praktikum in Deutschland machte.
Nun luden wir Dietmar Frey ein, über die Aktivitäten des Dekanats in El Salvador zu berichten. Zunächst ging es um die Geschichte der Partnerschaft: In der Zeit des Bürgerkriegs 1979-1992 unterstützten Mitglieder der evangelischen Jugend München die Arbeit der Iglesia Luterana Salvadoreña in verschiedenen Flüchtlingslagern. Daraus entwickelte sich eine Partnerschaft, die 1992 in einen Partnerschaftsvertrag zwischen der Lutherischen Kirche in El Salvador und dem Dekanat München mündete.
Gegenseitige Besuche förderten die Zusammenarbeit der Kirchen. Hierbei kam es zu Projekten wie Schulpatenschaften, Unterstützung von Gesundheitsstationen, das Obdachlosenprojekt „Casa la Esperanza“ im Zentrum der Hauptstadt San Salvador. Des Weiteren wurden die Frauenarbeit der Kirche sowie der Aufbau der lutherischen Universität in San Salvador gefördert.
In den letzten Jahren hat sich als neuer Schwerpunkt die Traumaarbeit entwickelt. Viele Menschen in El Salvador sind durch ihre prekäre Lage infolge des Bürgerkriegs, der Naturkatastrophen von Erdbeben bis zu Hurrikanen, der langjährigen Gewalt der Maras und der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse schwer traumatisiert. Hier bot sich Hilfe durch Traumatherapie an, einer Behandlung für Menschen, die unter den Folgen traumatischer Erlebnisse leiden. So initiierte der Dekanatsbezirk den "Centro de Atención al Trauma Helmut y Waltraud Koehler" in San Salvador und finanzierte ihn zusammen mit Mission EineWelt und der Stiftung Wings of Hope. Dort werden Opfer von Gewalt begleitet und PfarrerInnen und Ehrenamtliche zum Trauma-Begleiter ausgebildet.
Zur Illustration zeigte Diakon Frey einige Videos mit beeindruckenden Bildern von Traumaseminaren und Interviews mit TherapeutInnen und Betroffenen. Auch erinnerte er an die Pionierarbeit von Helmut (†) und Waltraud Koehler sowie die ständige Unterstützung des im vergangenen Jahr verstorbenen Bischofs Dr. Medardo Gómez.
Der Sohn des Bischofs, Dr. Tito Gómez, war wieder aus Nürnberg gekommen und unterhielt die 40 Gäste mit lateinamerikanischen Liedern begleitet auf der Ukulele. Jürgen Löschberger informierte aus der Arbeit der Stiftung und Wolfgang Döbrich schloss den Stiftungs-Empfang ab mit Dank für die Kuchenspenden, die Arbeit des Teams um Annette Döbrich, Sylva und Eberhard Schmolz sowie Beate Deyerl und an alle TeilnehmerInnen für Ihr Interesse und ihre Unterstützung. Ein besonderer Dank galt Inge und Dr. Friedrich Hebeisen, die einen Stand des Weltladens Starnberg aufgebaut und betreut hatten – auch ein Zeichen der Vernetzung der EineWelt-Arbeit.
Wolfgang Döbrich