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Marvin Alexander

   
Vorname :   Marvin Alexander
Land :   El Salvador
Geburtsjahr :   1987
Angestrebtes Bildungsziel :   Agrarwissenschaften
Beginn der Förderung :   2010
Beendigung der Förderung  :   2012

 

Auszug aus Revista 1 /2010

„… vor etwa drei Jahren fing ich dann an, in der lutherischen Gemeinde meines Dorfes mitzuarbeiten. Diese Gemeinde gefiel mir sehr, auch die Predigten des Pastors Helmut. Ich wollte mehr von der lutherischen Kirche kennenlernen, ihre Ursprünge und ihre Art und Weise zu arbeiten. Dabei wurde mir bewusst, dass dies der Ort war, an dem ich sein sollte.
...In ihrer Freizeit spielen alle Jugendlichen Fußball. Ich bin im Vorstand der Jugendvereinigung. Unsere Arbeit richtet sich gegen Drogenkonsum, Alkoholismus und Gewalt unter Jugendlichen. Wir sind eine arme Gemeinde mit vielen Narben, die der Bürgerkrieg bei uns hinterlassen hat.
...Ich will Agraringenieur werden. Meine Kenntnisse kann ich in der Gemeinde schon anwenden.„

Auszug aus Revista 3 / 2011

Hallo! Es ist mir eine große Freude Ihnen wieder schreiben zu können. Ich hoffe, es geht Ihnen gut an der Seite Ihrer Familienangehörigen.
Mir und meiner Familie geht es sehr gut. Ich bin sehr glücklich, ein Semester meines Studiums abgeschlossen zu haben, Gott sei Dank habe ich die fünf Fächer, in die ich mich eingeschrieben habe, bestanden.
Seit einigen Tagen habe das zweite Semester meines Studiums angefangen. Einerseits bin ich sehr zufrieden, andererseits ist es natürlich viel Arbeit, aber so ist nun mal das Studentenleben. Ich fühle mich sehr zufrieden, dass es mir schon gelungen ist, die Zahl der noch notwendigen Scheine für mein Studium zu reduzieren. Im Ganzen sind es 50 Scheine, jetzt bleiben mir nur noch 45.
Um Ihnen ein bisschen über mein Studium zu erzählen: Die ersten zwei Jahre sind vor allem theoretisch, aber die anderen vier Jahre sind dafür eher praktisch. Die Universität hat für die landwirtschaftliche Abteilung ein Versuchsfeld, auf dem wir die Übungen machen. Dieses Semester habe ich einen Kurs, der sich landwirtschaftliche Botanik nennt. Es geht dabei um das Studium der Pflanzen. Ich bin gerade dabei, ein kleines Projekt zu entwickeln, bei dem es sich um nachhaltige Landwirtschaft handelt, speziell im Bereich Gemüse.
Ich kann Ihnen sagen dass dieser Kurs mir dieses Semester am besten gefällt.
Gut, das ist ein Teil von dem was ich mache, dank Gottes Hilfe und all der Personen, die mich unterstützen, ganz besonderer Dank gilt Ihnen.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich ein bisschen erzählen wie mein Leben von klein auf war.
Ich wurde geboren am 19. September 1987. Meine Großmutter passte ab dem 5. Tag nach meiner Geburt auf mich auf. Meine Mutter arbeitete außer Haus um mir mein Essen kaufen zu können. Ich bin aufgewachsen ohne Vater und ohne meine Mutter an meiner Seite, nur mit meiner Großmutter. Als ich 3 Jahre alt war, bekam meine Mutter einen weiteren Sohn mit einem Mann, der nicht mein Vater war. Ich habe sieben Geschwister. Eines mütterlicherseits und sechs väterlicherseits. 2006 habe ich meine schulische Grundausbildung abgeschlossen. Aus finanziellen Gründen konnte ich nicht an die Universität. So kam es, dass ich 2007 in die Vereinigten Staaten emigrierte, aber weil ich illegal war, wurde ich ausgewiesen, zwei Wochen nach dem ich in den USA angekommen war. Nachdem ich diese Erfahrung gemacht habe, möchte ich meine Familie nicht noch einmal im Stich lassen. Durch die Iglesia Luterana und den Pastor der Kirche wurde mir geholfen, eine Unterstützung zur Fortsetzung meines Studiums an der Universität zu erbitten. Und Gott sei Dank wurde mir die Hilfe gewährt. Das alles ist Teil von dem was ich erlebt habe.
Damit verabschiede ich mich, hoffend dass der Friede Gottes in Ihrem Leben und in Ihrem Heim regiere…
Bis bald!
Las Minas, El Salvador, 8.11.2011

 

 

Auszug aus Revista 5 / 2012

Marvin Alexander Menjivar, geboren 1987 im Cantón Las Minas, Chalatenango, El Salvador, hat es in seinem Leben nicht leicht gehabt. Er wuchs bei seiner Großmutter auf, da sein Vater kurz vor seiner Geburt ermordet wurde. Trotzdem schaffte er “mit Gottes Hilfe und aus eigener Kraft” sein Abitur. Er ist in seiner Gemeinde Mitglied des Comité Pastoral (Kirchenvorstand), singt im Chor und spielt in den Gottesdiensten
Gitarre. Im Sommer 2010 begann er mit Hilfe der Döbrich-Stiftung (finanziert durch eine Spenderin) sein Studium der Agrartechnik. Doch die Schwierigkeiten nahmen zu. Im Januar dieses Jahres war Marvin trotz einiger nicht
bestandener Fächer (er hatte wegen Familienzuwachs neben dem Studium einer Arbeit nachgehen müssen) noch voller Hoffnung, sein Studium erfolgreich zu Ende zu bringen. Anfang Mai musste er sich schweren Herzens dazu entschließen, „momentan nicht weiter zu studieren“. Die Krankheit seiner Tochter und ein noch nicht zurückbezahlter Kredit, den er vor Jahren aufgenommen hatte, um in die USA zu emigrieren, zwangen ihn
dazu. Er versucht nun, einen weiteren Kredit zu bekommen, einige Kühe zu kaufen, Mais und Bohnen anzubauen und dafür zu sorgen, dass seine Schulden weniger werden. Noch hofft er darauf, später weiterstudieren zu können. „Ich vertraue auf Gott, dass mir dies alles gelingt, dass ich meine Familie weiterbringen und meiner Familie und meiner Tochter ein besseres Leben bieten kann. Mir bleibt nur zu sagen: Herzlichen Dank für alles. Gott segne jede einzelne Person, die mir geholfen hat.“