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Jahresbericht 2009

1. Entwicklung


Das zweite Jahr  als „Kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts“ war für die „Annette und Wolfgang Döbrich-Stiftung zur Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in Zentralamerika“ sehr erfolgreich. Wir erinnern uns: am 24.1.2008 erhielt unsere Stiftung die Anerkennungsurkunde des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus und am 24.1.2008 die Stiftungsurkunde des bayerischen Landesbischofs. Im Jahr 2008 wurden die Gremien eingerichtet, das Gründungskapital aus der „Heinrich-Stiftung für Straßenkinder in Brasilien“ als unserer Mutterstiftung herausgelöst und die ersten offiziellen Stipendien vergeben. Immerhin konnten wir im ersten Jahr des selbständigen Bestehens (2008) acht StipendiatInnen mit 5.000 USD fördern. Das Grundkapital betrug zum Jahresende 2008 103.060 €.
Im vergangenen Jahr 2009 kamen 34.539 € hinzu. Somit  betrug das Grundkapital Ende 2009 137.599 €. Mit alledem hat sich das Wachstum unserer Stiftung deutlich beschleunigt. Um ca. 35.000 € für das Grundkapital zu sammeln, benötigten wir seit Beginn der Stiftungsarbeit am 1.1.2004 zweieinhalb Jahre. Nun ist dies schon nach einem Jahr erreicht. Es wäre schön, wenn dieses Wachstum des Grundstockvermögens so weiterginge.
Dazu kamen weitere Spenden für die Stiftungsarbeit selbst, sprich für die Finanzierung von Stipendien. Es waren im vergangenen Jahr insgesamt 4.380 €. Damit konnten wir im vergangenen Jahr 2009 12.250 USD für insgesamt 16 StipendiatInnen überweisen. Das bedeutete eine Verdoppelung der Stipendienempfänger und eine Erhöhung der Stipendiensumme um fast das Zweieinhalbfache. Das zeigt wie aktiv und dynamisch sich unsere Stiftung entwickelt.

2. Aus dem Stiftungsleben


Am 1. Januar feierten wir nach gutem Brauch das 5. Stiftungsfest im Buttlerhof in Traubing. Es trug wiederum eher persönlichen Charakter. Der Abend war nicht durch einen besonderen Gast aus Lateinamerika geprägt, sondern von einem „halbrunden“ Geburtstag des Vorsitzenden.
Am 16. März traten Beirat und Vorstand der Sitzung zu ihrem zweiten Jahrestreffen zusammen. Dabei wurde ausführlich über das Vergabesystem gesprochen. Die BewerberInnen werden von den Partnerkirchen der bayerischen Landeskirche in Zentralamerika (El Salvador, Honduras, Nicaragua und Costa Rica) vorgeschlagen. Dazu müssen folgende Unterlagen vorgelegt werden: persönliches Bewerbungsschreiben (A), das auf Ausbildung oder Studium sowie auf das kirchliche und gesellschaftliche Engagement eingeht, den Antrag selbst (B), dem die persönlichen Lebensumstände entnommen werden können, die Zustimmung der Kirchenleitung (C), ein Vertrag (D), der die Verpflichtung zu gründlichem Studium, kirchlichem Engagement und die Vorlage eines Abschlussberichtes beinhaltet und schließlich die Matrikel (E), die nachweist, dass die Schülerinnen und Studierenden auch eingeschrieben sind. Ein Infoblatt über das Verfahren und die einzelnen Formulare wurden auf der Sitzung beschlossen, ebenso wie die Mehrzahl der StipendiatInnen. Im Lauf des Jahres kamen noch fünf  Studierende hinzu, für die eine elektronische Zustimmung eingeholt wurde (Mails vom 23.7. und 24.9.). So unterstützten wir im Lauf des Jahres acht Stipendienempfänger/innen in El Salvador, drei in Honduras, drei in Costa Rica und zwei in Nicaragua. Es waren 11 Mädchen, bzw. junge Frauen und 5 junge Männer. Diese Zahlen spiegeln die Größenverhältnisse der beteiligten Kirchen wieder, dazu auch einen gewissen Ausgleich der Gendersituation. Wir werden nur allmählich das in der Satzung vorgesehene ausgeglichene Verhältnis von Geschlecht und Nationalität erreichen.
Im Sommer erhielten wir zweimal Besuch aus Zentralamerika. Am 26. Juni feierten wir das traditionelle Sommerfest der Stiftung in Feldafing mit Lic. Sara Videa, der Direktorin für Diakonie und Entwicklung, und Rvda. Katja López, der Verantwortlichen für die Jugendarbeit der Lutherischen Kirche „Fe y Esperanza“ in Nicaragua. Dazu kamen auch Gäste aus El Salvador mit Rvda. Blanca Irma, die in der Gemeinde Penzberg zu Gast waren. Wir wurden umfassend über die Situation der Jugendlichen in Zentralamerika informiert. Dabei wussten wir nicht, wie dramatisch sich zwei Tage später die Situation in Honduras entwickeln würde, wo Staatspräsident Manuel Zelaya von den eigenen Militärs nach Costa Rica verschleppt wurde. Über diesen Staatstreich informierte uns 14 Tage später Bischof Melvin Jiménez, Costa Rica, der vom Partnerdekanat Aschaffenburg eingeladen war und einen Abstecher in die Partnergemeinde von La Carpio nach Starnberg unternahm. Wir aßen in einem kleineren Kreis in Feldafing gemeinsam zu Abend. Dabei stellte uns Bischof Jiménez auch zwei neue Bewerberinnen aus Costa Rica vor und bat für sie um ein Stipendium. Melvin Jiménez fürchtet eine Destabilisierung in Zentralamerika, denn die gravierenden sozialen Probleme lassen alle Regierungen „wackeln“. Hoffnung setzt er auf die Vermittlungsbemühungen seines Staatspräsidenten, des Friedensnobelpreisträgers Óscar Arias Sánchez.
Vom 27.7.-11.8. besuchte ich mit Astrid und Dr. Sabine Siegert meinen Sohn Simon Döbrich, der in Nicaragua ein „Auslandsvikariat“ absolvierte. Dabei hatte ich auch Gelegenheit, mit fast allen StipendiatInnen persönlich Kontakt aufzunehmen und ihre Situation zu besprechen. Das Gespräch mit den StipendiatInnen aus Honduras fand unter schwierigen Umständen in der Grenzstadt El Paraiso statt. Wir erfuhren, dass einer unserer Stipendiaten „aufgegeben“ hat. Nachdem er unter der neuen Regierung seinen Hilfsposten im Gesundheitsministerium verloren hatte, konnte er von unserem Stipendium allein nicht leben und studieren. Hoffentlich wird sich auch seine Situation mit der Zeit wieder verbessern. Am besten ist die Situation für unsere Studierenden in Costa Rica, was freilich auch die Lage der Staaten in Zentralamerika widerspiegelt.
Ein Gespräch am 21.10. mit Direktor Peter Weigand, Jochen Kronester und Cornelia Kammerbauer (alle auch Mitglieder unserer Stiftungsgremien) in Mission EineWelt, Neuendettelsau, legte neue Regeln für den Geldtransfer der Stipendiengelder nach Zentralamerika fest. Mission EineWelt wird wie bisher über die bekannten Überweisungskanäle die Stipendien an die einzelnen Mitgliedskirchen in Zentralamerika überweisen. Dort werden sie von den MentorInnen monatlich an die Stipendiaten weitergegeben. Allerdings wird die Stiftung im neuen Jahr zweimal Abschlagszahlungen an Mission EineWelt leisten, denn unsere Gelder werden dort nur „durchgeleitet“.
Schließlich kam es am 5. Dezember noch einmal zu einer „elektronischen Abstimmung“, die den Ausbau unserer Homepage (www.doebrich-stiftung.de) beschloss. Sie hat nun eine interne Seite bekommen, in die wir die Unterlagen der einzelnen BewerberInnen für die Gremienmitglieder einstellen können. Der Versand der vielen Unterlagen würde einen riesigen Aufwand an Bewerbungspapieren erfordern. Dies kann nur noch elektronisch bearbeitet werden. Auch soll die öffentliche Darstellung der Stiftung aktualisiert und erweitert werden.



3. Die StipendiatInnen 2009

El Salvador

Jonatan (1994) und David (2000): ein Brüderpaar aus dem Armenviertel San Miguelito, die zur „Casa La Esperanza“ kommen. Sie gehen noch zur Schule und werden von Waltraud Köhler betreut.
Teresa (1991): Aus der Gemeinde Nueva Concepción, studiert Buchhaltung in San Salvador. Ihre Mutter ist Alleinerziehende mit drei Kindern.
Bella (1986): Tochter eines Pfarrerehepaares mit fünf Kindern. Bella ist verheiratet, hat ein Kind, sie studiert Marketing, ist kirchlich sehr engagiert.
Arilene (1990): Tochter eines Landpfarrers mit 4 Kindern in Nueva Esperanza an der Grenze zu Honduras. Studiert Theologie, arbeitet in einer kirchlichen Rundfunkstation mit.
Maria (1989): Tochter einer Landarbeiterfamilie mit vier Kindern aus Guarjilla, nahe Honduras. Sie ist Katholikin, hilft aber auch gern in der evangelischen Jugendarbeit mit. Studiert Buchhaltung.
Donal (1978): noch nicht ordinierter Pfarrer einer Armengemeinde mit großer Jugendarbeit in San Salvador („Kilometer 11“ an den Bahngeleisen), will theologisches Examen machen, verheiratet, ein Kind.
Linda (1988): studiert Psychologie um Traumatisierungen heilen zu helfen. El Salvador: ein Land voller Gewalterfahrungen. Arbeitet ehrenamtlich in der Gemeinde „Cristo libertador“ mit („apoyo psicopedagogico“).
Die Stipendiaten aus El Salvador gehen engagiert ihren Studien nach. Sie sind eine Auswahl aus einer Liste von 25 BewerberInnen, die Bischof Medardo Gómez zu Beginn des Jahres vorlegte. Viele sind Töchter und Söhne kirchlicher Mitarbeiter, die oft so wenig verdienen, dass sie ihren Kindern – zumal wenn es mehrere sind – keine ordentliche Ausbildung finanzieren können.

Honduras

Dania (1982): Ehrenamtliche Jugendleiterin in der Armengemeinde „Camino de Emaús, 6 Geschwister, Eltern Gelegenheitsarbeiter. Machte mit unserer Hilfe das Abitur, studiert jetzt Psychologie.
José (1989): Einziger Sohn einer alleinerziehenden „pastora diácona“,
Will Computeringenieur werden. Hilft seiner Mutter mit der Gitarre in den Gottesdiensten, arbeitet aber auch in anderen Gemeinden musikalisch mit.
Gerardo (1985): Gerardo arbeitete als Bürokraft im Kirchenbüro der ICLH. Er entschloss sich, Betriebswirtschaft zu studieren. Gerardo litt am meisten unter dem politischen Wechsel.
Alle StipendiatInnen in Honduras machten 2009 ein schweres Jahr durch. Der Staatsstreich verwandelte die Universitäten oft in Zentren heftiger politischer Diskussionen. Mal streikten die Studierenden, mal die Professoren. Ein geordnetes Studium war nicht möglich. Unsere Studierenden erzielten „pobres resultados“. Auch damit muss eine Stipendienstiftung rechnen.

Nicaragua

Soliette (1989): Als ich 1999 meine Arbeit in Lateinamerika  begann, begegnete mir Soliette in einer Jugendgruppe. Heute ist sie Jugendleiterin und Laienpastorin. Sie studiert Medizin, war selber schwer krank und wurde im August mit finanzieller Hilfe einiger Zustifter operiert. Es geht ihr wieder gut.
Mario (1986): Nach der Emigration seiner Mutter nach Costa Rica musste Mario für Großmutter und Schwester sorgen. Er engagiert sich als „pastor diácono“, will aber seinen Abschluss als Informatiker machen.
In Nicaragua haben wir Erfahrungen mit Abschlussstipendien gemacht. Auch Mario braucht nur einmalige Hilfe. Die Kirche hat im neuen Jahr aber auch eine Reihe von Schülern für ein längerfristiges Stipendium vorgeschlagen.

Costa Rica

Hazel (1992): Hazel begegnete mir als Jugendleiterin im Bananenland von Sarapiquí. Ihre Eltern sind Migranten aus Nicaragua. Ohne unsere Hilfe müsste Hazel ohne Schulabschluss in einer Bananenplantage arbeiten. Wir helfen ihr zum Schulabschluss. Ihr Wunsch ist es, Psychologie zu studieren.
Brenda (1987): Auch Brenda ist mit ihrer alleinerziehenden Mutter und ihrer Schwester Migrantin aus Nicaragua. Sie lebt im Armenviertel La Carpio bei San José. Über die Aktion „futbol por la vida“ kam sie zur Kirche. Sie studiert nun Theologie.
Teresa (1956): Teresa ist unsere Seniorin. Die Satzung ermöglicht altersbezogene Ausnahmen für Berufe in der Kirche. Teresa leitet ohne zureichende Ausbildung die „casa abierta“ für Kinder im Armenviertel Alajuelita bei San José. Dabei ist sie auch unseren Freiwilligen seit Jahren Vertrauensperson. Zunächst muss sie ihren Sekundarabschluss machen.
Die Kirche in Costa Rica bietet durch ihre diakonisch-missionarische Arbeit echte Berufsperspektiven. Doch braucht sie auch qualifiziertes Personal. So helfen wir hier besonders in der Weiterqualifizierung von Mitarbeiterinnen.



4. Die Stiftung in den Medien

Der Ausbau der Homepage wird sehr wichtig. Tobias Döbrich hat die Homepage entwickelt. Sie bedarf jedoch ständiger Betreuung. Gegenwärtig suchen wir nach einer Form, unsere StipendiatInnen vorzustellen. Anregungen sind erbeten. Ich danke Tobias Döbrich und Ralf Schenk für ihr Engagement.
Nach der erwähnten Abstimmung nahm Iradj Teymurian aus Starnberg einen Providerwechsel vor. Dabei stellte er die gesamte Homepage auf eine neue Basis. Das ermöglicht jetzt ein schnelles Anpassen. Die erweiterten Kapazitäten geben uns auch die Möglichkeit, in einem internen Bereich die Unterlagen der StipendiatInnen nach dem angesprochenen Muster vorzustellen. Da es sich um persönliche Daten handelt, behandeln wir diese Informationen vertraulich.
Die Frage ist noch nicht entschieden, ob wir die Homepage auch zweisprachig gestalten wollen. So könnten Interessenten in Zentralamerika sich unmittelbar Informationen verschaffen. Allerdings kann dieser Ausbau nicht ohne einen „Webmaster“ oder einen Geschäftsführer geleistet werden. Die technischen Möglichkeiten sind jetzt gegeben. Ich danke Iradj Teymurian herzlich für seine Initiative und stetige Betreuung in allen Fragen der neuen website.
Dr. Jürgen Löschberger hat unsere Stiftung dankenswerterweise im „Spendenportal.de – Das Spendennetzwerk für Deutschland“ untergebracht. Über www.spendenportal.de kann man sich über viele Möglichkeiten, zu spenden und damit Gutes zu tun, informieren. Dort findet man uns unter den einschlägigen Stichwörtern (z.B. Zentralamerika, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica etc.). Die Seite ist auch mit unserer Homepage verlinkt, so dass auf diesem Weg auch Online-Spenden überwiesen werden können.
Wie wichtig eine gut präsentierte Homepage  ist, wurde im Dezember 2009 durch die Vorstellung der Stiftung im Evangelischen Magazin „chrismon“ deutlich. Dank einer Initiative unserer Vorstandsmitglieder Direktor Fritz Schroth und Landesbischof Dr. Johannes Friedrich wurde unsere Stiftung auf der Seite: „projekt – Geld spenden, Gutes tun“ präsentiert. Dies führte zu 44 Überweisungen von insgesamt 8.931 € (Grundstockvermögen 6.016 €, Stipendien 2.915). Dazu wurden für das Jahr 2010 insgesamt 3.600 €  für drei volle Stipendien zugesagt. Es ergaben sich persönliche Kontakte mit vier Spendern, die einzelne Studierende unterstützen möchten. Für diese so erfolgreiche Aktion sei den Spenderinnen und Spendern, den Initiatoren und dem Evangelischen Magazin „chrismon“ herzlich Dank gesagt.
Im Juli gestaltete die Layouterin Heike Schiefer, Neuendettelsau, ein neues, ansprechendes Faltblatt, das bei mir angefordert werden kann.
Reise nach Zentralamerika (13.-28. November 2010): In Zusammenarbeit mit den „Leserreisen Rothenburger Sonntagsblatt“ erarbeitete ich das Programm einer vierzehntägigen Reise nach Zentralamerika, das neben der Besichtigung der kulturellen Schätze Zentralamerikas (indigene und koloniale Geschichte) und dem Kennenlernen der wunderschönen Natur auch Begegnungen mit den lutherischen Kirchenleitungen und einigen StipendiatInnen vorsieht. Nähere Informationen sind über mich zu erhalten.

5. Dank für gute Zusammenarbeit


Die gute Entwicklung der Stiftung im Berichtsjahr verdankt sich in erster Linie all denen, die zu ihrem Wachstum durch Zustiftungen und Spenden beigetragen haben. Der Dank wird in persönlichen Briefen an die Spender und Spenderinnen jeweils zeitnah zum Ausdruck gebracht.
Er verdankt sich aber auch der engagierten Mitarbeit zahlreicher FreundInnen und Unterstützer dieser Stiftungsarbeit. Einigen davon sei exemplarisch und explizit herzlicher Dank gesagt - für die gute Zusammenarbeit „in Sachen“:


Feldafing, 15. März 2010, Wolfgang Döbrich, Vorsitzender