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Brenda Carolina

   
Vorname :   Brenda Carolina
Land :   Costa Rica
Geburtsjahr :   1987
Angestrebtes Bildungsziel :   Theologie
Beginn der Ausbildung :   2009
Geplante Beendigung der Ausbildung  :   2011

 

Auszug aus Revista 2 / 2011

Brenda, geboren in Chinandega, Nicaragua, lebt in La Carpio bei San José in Costa Rico. Ihr Studium der Theologie begeistert sie jeden Tag aufs Neue. Es ist ihre Inspiration zum Kämpfen, Träumen und Leben. Gerne würde sie auch noch mit einem Psychologiestudium fortfahren und dann ihren Abschluss in voraussichtlich zwei Jahren machen. Das Erlernte setzt sie in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen um. Sie hilft dabei, diejenigen zu integrieren, die von der Gesellschaft ausgeschlossen sind. Ihrem Traum von einer anderen Welt möchte sie so etwas näher kommen. Als Mitglied der lutherischen Kirche bringt sie sich intensiv in die Arbeit der Gemeinden ein. In La Carpio ist sie neben Pastor Justo Ansprechpartnerin für die Kinder und Jugendlichen. Als Mitglied der „Jugendkommission“ verantwortet sie die Aktivitäten in der Jugendarbeit. Engagiert begleitet sie auch das Projekt „Fútbol por la vida“, leitet den Kurs für nicaraguanische Volkstänze und ist Mitglied der Koordinationsgruppe „Ludoteca La Carpio“, einer „Spielothek“. Sie kämpft für eine Kirche ohne Mauern, eine Kirche, die für die Menschen und die Schöpfung gleichermaßen eintritt.

Auszug aus Revista 4 / 2012

Brenda im Interview:

Wann hast du zum ersten Mal von der Döbrich-Stiftung gehört?
Im Colegio, als ich Abitur in San José gemacht habe, habe ich von der Kirche erfahren, dass es dieses Stipendium gibt – unter anderem auch für ein Theologiestudium. Seit ich in der Lutherischen Kirche bin, interessiert mich Theologie. Hier in Deutschland studiere ich mit einem Stipendium der bayerischen Landeskirche ein Jahr Pädagogik, Psychologie und Theologie. Das bereichert sehr.

Willst du Lutherische Pastorin werden?
Wenn das ein Weg ist, ja. Auf jeden Fall möchte ich in der Kirche mit Jugendlichen arbeiten. Das ist das Endziel.
Kennst du andere Stipendiaten? Trefft ihr euch manchmal? Ich kenne Teresa, Hazel, Mercedes. Wir treffen uns des öfteren bei Wochenendseminaren im Centro Manu und in den Gemeinden.

Gibt es noch andere Stipendien?
Ja, aus Deutschland und aus den USA gibt es welche für bestimmte Projekte, die mit Gewaltprävention, sozialen
Sachen oder kirchlicher Arbeit verbunden sind. Staatlicherseits gibt es keine Stipendien, nur Beihilfen für Exzellenzstudierende, denen z. B. 50% der Studiengebühren erlassen werden o.ä. Normalerweise muss man neben dem Studium arbeiten. Viele Jugendliche haben keinen Abschluss und es
bleibt ihnen nichts anderes übrig als ohne Qualifikation zu arbeiten. Auch werden viele von den Familien zum Arbeiten geschickt, obwohl sie eine Qualifikation zum Studium haben,
um Geld zu verdienen. 

Welche Arbeiten sind das hauptsächlich?
Viele arbeiten auf dem Bau, in Geschäften, in Haushalten,in der Kirche. Man kann froh sein, wenn man Arbeit hat.Vor allem viele Frauen finden Arbeit in Haushalten. Wer keinereguläre Arbeit hat, dem bleibt nur der Straßenverkauf, z. B.an Kreuzungen. Dort verdient man oft sogar etwas mehr, weil keine Mieten gezahlt werden müssen - aber es ist illegal und es hat den Nebeneffekt, dass, wenn es lauter kleine Verkaufsstände gibt, die Leute nicht mehr in die Innenstadt zum Einkaufen kommen.

Was kann einem passieren?
Den Jugendlichen passiert nichts, aber die Polizei nimmt ihnen die Waren ab. Das bedeutet oft das Aus, denn die Leute haben keine Reserven. Sie kaufen vorher billig ein und verkaufen mit Aufschlag. Es gibt auch Jugendliche, die weder arbeiten noch studieren wollen. Da ist dann die einzige Überlebensmöglichkeit der Drogenhandel.

Wie viel Geld kostet ein Studium?
Man muss eine Aufnahmegebühr von 25 Dollar zahlen. Dann zahlt man pro Fach und Semester 75 Dollar. Es werden meist zwei oder drei Fächer genommen. Für viele Notwendigkeiten des Studiums, für Hilfsmittel und Materialien wie Bücher und Kopien, reicht das Stipendium der Döbrichstiftung. Für die Studiengebühren bekomme ich noch eine Unterstützung der Amerikaner (Evangelical Lutheran Church of America, ELCA), die sie auch noch weiteren drei oder vier Leuten geben und ich arbeite noch zusätzlich in der Kirche. Sie bezahlen etwas, damit wir leben können. Ich klage aber nicht, es ist eine schöne Sache. Die Arbeit in der Kirche ist wie ein ständiges Praktikum. Ich würde auch wenn ich woanders arbeiten würde, freiwillig in der Kirche mitarbeiten. So ist mein Hobby meine Arbeit. Ich war Koordinatorin für die Jugendarbeit, habe Programme für Jugendtreffen,
Zeltlager, talleres (Werkstätten) usw. gestaltet. Das habe ich im Büro der ILCO gemacht. Ich lebte praktisch in der Kirche, wenn ich nicht zum Schlafen nach Hause ging.

Wie sieht deine Familie aus?
Ich bin jetzt 24 Jahre alt und habe eine ältere Schwester, Ana (26) und eine kleine Schwester, Christel (10). Wir leben in La Carpio zusammen mit unserer Mutter, kommen aber eigentlich aus Nicaragua. Meine Eltern haben sich getrennt, als ich fünf Jahre alt war. Mein Vater lebt noch in Nicaragua mit meinen zwei kleinen Halbbrüdern. Er hat eine neue Familie gegründet. Er arbeitet dort in einem Gesundheitszentrum als
Hilfskraft und als Tagelöhner auf dem Land. Was hast du für Möglichkeiten in Costa Rica mit Deutschkenntnissen? Das wird sich noch erweisen. Zwei Monate Deutschkurs sind wahrscheinlich zu wenig, aber in der Kirche kann es nützlich sein. Es kommen ja immer wieder Freiwillige, mit denen ich zusammenarbeite. Im Moment sind gerade noch ein Österreicher da und die Melaras, die beide gut deutsch sprechen. Vielleicht kann ich es auch noch vertiefen. Pfr. Dr. Martin Hoffmann wird im nächsten Monat aus Aschaffenburg nach Costa Rica ausgesandt und wird dann an der Universität mein Professor sein.
Ich bin jedenfalls sehr froh etwas von der Welt kennenzulernen, denn bisher kenne ich nur die Kultur von La Carpio. Die interkulturellen Erfahrungen sind eine große Bereicherung für mich.
Vielen Dank, Brenda, und Gottes Segen für dein Deutschland-
Jahr.
(Das Interview wurde von Ingrid Keil und Wolfgang Döbrich am
29. Januar 2012 in Starnberg geführt.) 

Auszug aus Revista 6 / 2013

Abdruck aus dem Gemeindebrief der evangelischen Kirchengemeinde Starnberg

Am 13. Januar besuchte uns Brenda nach fast einem Jahr erneut in Starnberg. Brenda kommt aus Costa Rica. Sie war einer Einladung der Bayerischen Landeskirche gefolgt, die über Mission Eine Welt jedes Jahr einem jungen Menschen aus Lateinamerika die Chance gibt, für ein Jahr in Deutschland zu studieren, die Sprache zu erlernen und als „Botschafter“ in seinem Heimatland zu wirken. Vor vier Jahren hatte schon einmal eine junge Frau aus Costa Rica, Maria Bethel Meza Alvarez, dieses Angebot angenommen. Brenda stammt, wie schon Maria Bethel, aus unserer Partnergemeinde La Carpio. Ihr Deutschlandjahr ist nun fast vorüber, und man kann ihr nur Achtung zollen. Sie hat die Zeit genutzt. Nicht nur, dass sie, die ohne Deutschkenntnisse ankam und (nicht)
aus einem Land stammt, in dem die Fremdsprachenkultur nicht sehr gefördert wird, alles ausdrücken konnte: Sie tat das auch mit Charme und ohne Berührungsängste. Man könnte fast von einem Festgottesdienst sprechen, der von unseren drei Pfarrern gefeiert wurde und der die Bedeutung der Freundschaft zur costaricanischen Gemeinde hervorhob. Auch unser ehemaliger Pfarrer Wolfgang Döbrich, von dessen Stiftung Brenda ein Stipendium erhält, gab sich die Ehre. Beim Kirchenkaffee stellte Brenda in ihrem Vortrag zunächst erneut ihre Heimatgemeinde vor. Dazu brachte sie Gedanken über das Zusammenleben der Menschen ihres Landes im Verhältnis zu Deutschland zum Ausdruck. Dabei lag ihr der christliche Aspekt sehr am Herzen, besonders in Bezug auf das Verhältnis zu den Minderheiten wie z.B. den Migranten, zu denen auch sie gehört. Sie bezog dabei geschickt die Erfahrungen des Publikums mit ein und zog das Fazit, dass in ihrer Gemeinde noch viel Arbeit wartet. Die Kollekte und Spenden erbat sie sich für „futbol por la vida“, ein Projekt der lutherischen Kirche Costa
Rica und von „Brot für die Welt“, das Kindern in den Favelas (Elendsvierteln) Halt geben soll.