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Costa Rica

 Costa Rica

 

Pastoral Popular in der Lutherischen Kirche in Costa Rica
„Wie sie sehen, bin ich ein kleiner Mann. Ich bin Pfarrer einer kleinen Kirche, der Lutherischen Kirche in Costa Rica. Sie existiert – wie der Name sagt - in einem kleinen Land, Costa Rica in Zentralamerika. Aber bei der Fußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr haben wir Deutschland beim Eröffnungsspiel ein 4:2 abgerungen.“ Gilberto Quesada hatte bei seinen Besuchen in den Partnergemeinden die Lacher auf seiner Seite, wenn er sich auf diese Weise vorstellte.
Tatsächlich ist seine Kirche nicht viel größer als eine bayerische Kirchengemeinde mit knapp 2000 Mitgliedern. Aber sie hat 14 Gemeinden in den verschiedenen Bereichen des Landes, in der Hauptstadt San José, in den ländlichen Regionen des Tieflandes um Serapiqui und in den Indianergebieten La Cabagra und Guapiles.
Sie alle sind verbunden in einem großen Entwicklungsprogramm Papicu, das von verschiedenen Geberorganisationen, u.a. von „Brot für die Welt“ getragen wird. Hier geht es um Aufbau von sozialen Strukturen unter den Marginalisierten und Migranten aus Nicaragua in den Armenvierteln, um Rechtshilfe und einkommenschaffende Projekte unter den Campesinos und um Hilfe bei der Wiedergewinnung und Bebauung eigener Ländereien für die Indígenas.
Bei aller entwicklungsbezogenen Ausrichtung legt Kirchenpräsident Melvin Jiménez aber großen Wert auf ein ansprechendes geistliches Leben in seinen Gemeinden: „Wir möchten Räume eröffnen für Erfahrungen von Gerechtigkeit, Geschwisterlichkeit und Versöhnung. Wir möchten einladen zu liturgischen Feiern und dies gemeinsam mit den Verwundbaren und Schwachen im städtischen und ländlichen Bereich. Denn wir träumen davon zu einem Alternativmodell von Kirche beitragen zu können. Zentral für ein neues Verständnis von Kirche sind für uns die Perspektiven Gleichberechtigung, Partizipation und Versöhnung.“
In vielen Gemeinden sind einfache, schmucke, als Kirche erkennbare Gebäude entstanden. Wo in der Woche die verschiedenen Gruppen von Kindern, Jugendlichen und Frauen zu vielgestaltigen Aktivitäten zusammenkommen, werden am Wochenende fröhliche Gottesdienste gefeiert.
Das liturgische Bewusstsein ist besonders dadurch entwickelt, dass in dieser Kirche einige ehemalige katholische Priester mitarbeiten. Sie haben sich – oft aus persönlichen Gründen - von ihrer Kirche getrennt und die lutherische Kirche gefunden, die ihnen bei vertrauter Liturgie die „Freiheit eines Christenmenschen“ bietet. Dennoch müssen sie sich vor ihrer Ordination noch in Kursen an der bekannten „Universidad Bíblica“ in San José in lutherische Theologie einarbeiten.
Die ILCO ist seit 2001 ein Einsatzort für Freiwillige aus Bayern. In der „Casa Abierta“ in San José betreuen sie Kinder und Jugendliche im Armenviertel von Alajuelita, so dass die oftmals ledigen Mütter einem Geldverdienst nachgehen können. Neuerdings werden sie auch im Fußballprojekt „Futbol para la Vida“ eingesetzt, das im Kontext der Weltmeisterschaft entstand und mit dem die ILCO – finanziert durch „Brot für die Welt“ – Jungen und Mädchen auf der Straße betreut. Neben dem Fußballspiel stärken Kurse das Selbst- und Verantwortungsbewusstsein der Jugendlichen, so dass sie sich gegen die Perspektivlosigkeit ihrer Umgebung zur Wehr setzen und den Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt auf der Straße durchbrechen können.
Partnerschaften zur ILCO unterhalten das Dekanat Aschaffenburg und die Gemeinde Starnberg. Sie waren vertreten, als die ILCO im Jahr 2008 ihren 20. Geburtstag feierte. Seit 27. April 2008 hat die Kirche mit Melvin Jiménez ihren ersten Bischof.
Wolfgang Döbrich
25. August 2008

 

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