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Jahresbericht 2015

Jahresbericht 2015
 
1. Aus dem Stiftungsleben
1.1. Stiftungsfest am 1. Januar in Pöcking
Das Stiftungsfest gestaltete diesmal das Revista-Team, das mit vier Mitreisenden Hans Zeller auf seiner Dienstreise nach Zentralamerika im Februar 2014 begleitet hatte. Beth Shaw und Dieter Knauer entwickelten aus den mitgebrachten Fotos einen animierten „Dia-Film“, der viel Beifall der ca. 60 Teilnehmenden fand. Diesen Film setzten wir im Laufe des Jahres auch bei anderen Gelegenheiten ein.
1.2 Münchner Stiftungsfrühling
Eine Gelegenheit war der „Münchner Stiftungsfrühling“, der vom 20.-26. März 2015 in der „BMW-Welt“ im Olympiagelände stattfand. Vom 20.-21.3 hatten wir dort mit anderen kirchlichen Stiftungen (gesponsert von unserer Stiftungsaufsicht in Ansbach) einen Stand, auf dem wir die Stiftung präsentieren konnten. Es kamen viele interessierte Besucher vorbei, ließen sich unsere Arbeit erklären, suchten das Gespräch – aber es waren oft die Mitarbeiten­den anderer Stände. So geschah eine wichtige Vernetzung vor allem der kirchlichen Stiftungen, zwei Spanisch-Sprechende wurden für das Übersetzerteam gewonnen – aber die erhofften Sponsoren bleiben leider aus.
Zur Präsentation der Stiftung wurden vom Revista-Team zwei „Roll-ups“ (Letztgestaltung Beth Shaw & Dieter Knauer) entwickelt, die seither bei jeder Veranstaltung gute Dienste tun.
1.3 Sitzung des Beirats am 28. Februar in München
Im „Dr.-Johannes-Hanselmann-Haus“ des Evangelischen Waisenhausvereins München (Kaulbachstr. 25) fand die konstituierende Sitzung des „neuen Beirats“ – ausgehend von einem „Weißwurstfrühstück“ – statt. Zwölf der 17 Beiratsmitglieder konnten teilnehmen, das „Zittern“ um Beschlussfähigkeit fand ein Ende. Zur Sitzung selbst verweise ich auf das Protokoll des Treffens.
Da die Finanzdinge sehr viel Raum beanspruchten, wurde auf der Sitzung ein „Finanz­ausschuss“ ins Leben gerufen, der vorbereitend und klärend tätig werden soll. (Mitglieder: Wolfgang Döbrich; Christoph Foerst; Christoph Jahnel; Jürgen Löschberger, Kai-Niclas Michels; Eberhard Schmolz; Werner Schramm; Cornelia Stein). Er traf sich zum ersten Mal am 12. Juni in Feldafing. Das Treffen diente der Frage nach Finanzanlagen in zinstiefen Zeiten. Letztlich sind wir froh über die Anlagemöglichkeiten, die die Landeskirche für kleine Stiftungen eröffnet hat. Die näheren Beschlüsse sind dem Bericht unseres „Vermögens­verwalters“ Dr. Kai-Niclas Michels zu entnehmen.

1.4 Bearbeitung der Themen und Beschlüsse der Gremiensitzungen:
Haushaltsplan 2015
Der von Beirat/Vorstand beschlossene Haushaltsplan regelt das praktische, vor allem satzungsbezogene Handeln der Stiftung. Zum ersten Mal hatten wir eine Summe von ca. 20.000 € für die Stipendien des Jahres 2015 beschlossen. Da wir den Partner-Kirchen nach der Sitzung das Ergebnis unserer Beratungen mitteilen und dabei die entsprechende USD-Summe angeben, machte uns der schlechter verlaufende Euro-US-Dollarkurs zu schaffen. Nach Angabe vom MEW mussten wir schließlich über 20.800 € aufwenden, um unsere kommunizierten Stipendien auch bezahlen zu können.
Damit unterstützten wir erstmals 29 StipendiatInnen aus allen vier Partnerkirchen. Die meisten von ihnen kommen aus der salvadorianischen lutherischen Kirche (15), gefolgt von der ILFE (Nicaragua – 6 StipendiatInnen), Costa Rica (5) und Honduras (3). Dies entspricht in etwa der Bedeutung, die die Kirchen unter sich haben. Eine zahlenmäßige Gleichstellung würde neue Ungerechtigkeiten zur Folge haben – und auch manche Kirchen überfordern, die mit vielen eigenen Problemen kämpfen.
Überarbeitung der Geschäftsordnung:
Wir beschlossen auf der Sitzung des Beirats eine neue Geschäftsordnung. Allerdings hatte die Stiftungsaufsicht noch manche Einwände und Ergänzungen, die der genaueren Trennung der Arbeit von Beirat und Vorstand zugutekommen. Die von der Stiftungsaufsicht schließlich gebilligte Ordnung liegt nunmehr der Arbeit des Beirats zugrunde.
Die Überarbeitung der Satzung vor allem im Blick auf die Anpassung der satzungsgemäß vorgesehenen Berufungen aus Synode und Lateinamerikafachausschuss an deren Wahlrhythmus steht noch aus.
1.5 Weitere Ereignisse aus dem Stiftungsleben:
Sommerfest am 12. Juli in Feldafing
Folgende „Pressenotiz“ machte auf die Veranstaltung aufmerksam, zu der knapp 50 Gäste kamen: „Am Sonntag, 12. Juli, feiert die `Döbrich-Stiftung zur Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in Zentralamerika´ ihr diesjähriges Sommerfest. Das Treffen beginnt mit dem Gottesdienst in der evangelischen Johanniskirche in Feldafing um 10.15 Uhr. Die Predigt hält Reverend Donal Monroy aus El Salvador, ein ehemaliger Stipendiat der Stiftung. Pfarrer Dr. Wolfgang Döbrich übersetzt und gestaltet die Liturgie. Anschließend sind alle Besucher zu einem Weißwurstfrühstück eingeladen, bei dem Donal Monroy über die Situation der Jugendlichen in Zentralamerika informiert, die von  Gewalt, Arbeitslosigkeit und dem Wunsch, ein besseres Leben in den USA zu führen, bestimmt ist. Der Gitarrist der salvadorianischen Band Tohil, Dr. Tito Gómez, gegenwärtig zur Facharztausbildung in Nürnberg, spielt und singt mit den Teilnehmern einige spanische Lieder aus seiner Heimat. Die Döbrich-Stiftung mit Sitz in Feldafing hilft seit über zehn Jahren durch Stipendien die Lebensperspektiven Jugendlicher in Zentralamerika zu verbessern.“
 
"Fest der weltweiten Kirche" am 18./19. Juli in Neuendettelsau
Dieses Fest ist mittlerweile zu einem großen Ereignis in Neuendettelsau geworden, das weit über den Bereich Mission EineWelt hinausgreift. Es ist für uns auch eine Gelegenheit, mit den neuen Freiwilligen für Zentralamerika Kontakt aufzunehmen. Wir hoffen ja später auf ihre Mitarbeit als "Mittelsleute" zu StipendiatInnen in Zentralamerika.
Dieses Jahr wurde am 18. Juli als Auftakt für das Fest das neue Direktorenpaar von MEW, Dr. Gabriele und Hanns Hoerschelmann, eingeführt. Dr. Gabriele Hoerschelmann wird künftig als „ständige Vertreterin des Landesbischofs“ im Vorstand der Stiftung mitarbeiten. Der Vorsitzende überbrachte die Glück- und Segenswünsche der Stiftung. Leider konnte ich dann am eigentlichen Fest am Sonntag, 19. Juli, nicht mehr teilnehmen, da am selben Tag unser Beiratsmitglied Simon Döbrich in der Kirchengemeinde Selb verabschiedet wurde, um ab 1. September die Pfarrstelle der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache in Madrid zu übernehmen.
Unser stellvertretender Vorsitzender Ralf Schenk betreute derweil unseren Stand im Rahmen der Lateinamerika-Stiftungen neben der „Heinrich-Stiftung für die Arbeit mit Straßenkindern in Brasilien“.
 
 
2. Die StipendiatInnen 2015
(Die Angaben aus dem Jahr 2015 werden mit Informationen aus 2014 ergänzt.
Kursive Schrift besagt, dass die entsprechende Person 2015 nicht mehr gefördert wurde, dass sie aber hier mit aufgenommen wurde, um auch die Entwicklung unserer StipendiatInnen zu dokumentieren).
Einzelheiten zu den jeweiligen Personen finden Sie im Webauftritt und besonders in seinem nicht allgemein zugänglichen internen Teil. Hier sollen einige allgemeine Bemerkungen genügen.
 
El  Salvador
1 Yonathan 1994 – ID 1) und sein Bruder
2 David (1999 – ID 2):
aus dem Armenviertel San Miguelito, die zur „Casa La Esperanza“ kommen. Yonathan und David gingen 2015 noch zur Schule. Sie wurden von Waltraud Köhler betreut. Beide hatten auch 2015 erhebliche Schwierigkeiten – zuhause in den bedrängten Wahnverhältnissen und dann auch in der Schule. Immerhin schaffte David die nächste Klasse.
Yonathan hatte einen Unfall und konnte an den Abschlussexamina nicht teilnehmen. Bei einer Polizeirazzia im Armenviertel wurde Yonathan im Sommer 2015 verhaftet und in Untersuchungsgewahrsam genommen. Seine Eltern wissen nicht, wie es weitergeht. Sie bitten um weitere Hilfe für ihren Sohn David (Schulabschluss). Die Kirche gibt diese Bitte mit Empfehlung weiter.
3 Maria (1989 – ID 15): Tochter einer Landarbeiterfamilie mit vier Kindern aus Guarjilla, nahe Honduras. Sie ist engagierte Katholikin, hilft aber auch in der evangelischen Jugendarbeit mit. Studiert Buchhaltung. Ist vorbildlich in der Zusammenarbeit mit der Stiftung – Berichte, Briefe.
2015: die weitere Förderung bis zum Examen im Juli wird beantragt.
Maria beendete ihr Studium Mitte 2015 mit dem Lizentiat.
Laura (1989 - ID 22): studierte Medienkommunikation. Ist in der Jugendarbeit der Auferstehungsgemeinde in San Salvador engagiert. Als Balletttänzerin erteilt sie Jugendlichen Unterricht und organisiert Tänze in „Lobpreisgottesdiensten". Hat Freude am Journalismus. Der Briefwechsel mit einer deutschen Partnerin fällt leider sehr schwer. Dennoch unterstützen die „Pateneltern“ weiterhin die Stiftung.
Laura schloss 2014 erfolgreich mit dem Lizentiat ab.
Emely (1974 – ID 25): Emely ist alleinerziehende Mutter und Pfarrerin einer Landgemeinde. Sie möchte sich – aus kleinen Verhältnissen kommend – zur Reverenda hocharbeiten. Dazu braucht sie den Uniabschluss als Lizentiatin. In der Uni bekommt sie hervorragende Noten. So strebt sie eine Perspektive als Dozentin an. In ihrer Wohngemeinde ist sie in der medizinischen und pastoralen Arbeit engagiert.
Emely schloss 2014 erfolgreich mit dem Studium ab. Sie wartet noch auf ihre Graduierung als Lizentiatin (zur Aushändigung der Papiere entstehen noch einmal kräftige Kosten, hat aber für 2015 keinen Antrag mehr gestellt).
4 Estefania (1995 - ID 34): Hat 2013 ihr Abitur (Bachillerato) gemacht, studiert Sprachen (Englisch) mit Schwerpunkt Tourismus. Hat großes Interesse und Freude daran, die einheimische Kultur an Gäste zu vermitteln. Arbeitet in der Sonntagsschule der Auferstehungs­gemeinde in San Salvador mit. Ihre Mutter ist alleinerziehende Angestellte der Clínica Luterana mit 200 USD monatlich.
2016: die weitere Förderung wird beantragt.
5 Rafael (1994 - ID 35):  Técnico Superior Universitario (2015), danach Ingeniero (2018)
Studierte nach dem Fachabitur  "Técnico en Computación" am "Instituto Técnico Ricaldone" in San Salvador. Sein Abschluss als „técnico“ erließ ihm vier Semester für das Lizentiat-Studium „Informatik“. Seine Mutter ist allein erziehende Pfarrerin. Er hat einen Bruder und zwei Neffen, die als Waise in der Familie leben. Rafael hilft bei ökumenischen Veranstaltungen und dort, wo er als Informatiker gebraucht wird.
2016: die weitere Förderung wird beantragt.
6 Fernando (1992 – ID 37): studiert Betriebswirtschaft an der "Universidad de Sonsonate". Er ist sehr engagiert und zuversichtlich. Will später auch anderen Jugendlichen zu einer „educación digna“ (würdige Erziehung) helfen. Sein Vater ist Landpastor in Cara Sucia im Westen von El Salvador. Fernando arbeitet in der Gemeinde seines Vaters mit, besonders mit Jugendlichen. Betreut eine Bibelschule, in der jeden Sonntag von 9-11 Uhr kirchlicher Unterricht erteilt wird. Gute Noten - verlegt Abschluss vor. Wird sein Lizentiat vielleicht zum Ende des Jahres schaffen. Mittlerweile ist Fernando auch Vater! Er hat eine kleine Familie.
2016: Die weitere Förderung wird beantragt.
Norma (1997- ID 53) Schule - Abitur.
Hat drei Geschwister, allein erziehende Mutter in Nueva Concepción (im Westen des Landes). Hat die 8. Klasse erfolgreich abgeschlossen. Will Abitur machen. Arbeitet in der Gemeinde Nueva Esperanza als Sonntagsschullehrerin mit.
Migrierte 2015 mit ihren Eltern in die USA.
7 Jenny (1994 – ID 54) Betriebswirtschaft.
Hat zwei Geschwister. Jenny hat das erste und nun auch das zweite Studienjahr "Licentiatura en Administración de Empresas Bilingüe con Énfasis en Ingles" in der "Universidad Tecnológica de El Salvador" mit guten Noten (2014: Durchschnitt 7,0) erfolgreich abgeschlossen. Jenny arbeitet in der Kirche (Gemeinde „Cristo Redentor“ in Apopa) als Katechetin für die Erstkommunion mit. Unsere Mentorin Guadalupe schreibt am 18.2.2016: „Jenny wird im 1. Semester 2016 nicht studieren können, da ihr Papa in den USA lebt und ihr nicht mit den 100 USD helfen kann, die sie monatlich für Nahrung, Bücher und Transport zur Uni braucht. Die 75 USD der Stiftung benötigt sie für die Monatsgebühren der Uni. Ab dem 2. Semester 16 will sie wieder studieren. Jenny sucht Arbeit, denn sie muss zwei kleineren Geschwistern helfen. So ist die Situation nun mal in unserem Land. Mit Ihrer Hilfe will sie ihr Studium beenden – es fehlen ihr noch drei Jahre.“
2016: für das 2. Semester werden 450 USD beantragt.
8 Fernando José (1994 - ID 56) Kommunikationswissenschaft
Studiert seit 2012, will 2017 fertig sein. Fernando ist ein sehr engagierter Student. Möchte Sportreporter werden, bzw. als Fernsehjournalist und Regisseur arbeiten. Kennt sich aus in Audio, Video, Fotografie, Veröffentlichungen, Öffentlichkeitsarbeit. Betreut die Homepage der Gemeinde "Cristo Libertador" in Nahualapa. Er schickte einen kleinen Film über die Partnerschaftsarbeit seiner Gemeinde, der einen guten Eindruck vom schulischen Engagement der US-amerikanischen Partner-Gemeinden gibt. 2016: weitere Förderung beantragt. https://www.youtube.com/watch?v=gre7YuZtZuo
9 Christian (1997 - ID 60) Ingeniería Civil - Ingenieurswissenschaften
Examen 2015: Beendete  2015 sein Fachstudium als „técnico“ und wurde ausgewählt zum Studium der „Ingenería Civil“ durch die Universität von El Salvador (30.000 Bewerbungen, 10.000 werden aufgenommen). Ist in der Gemeinde Nueva Esperanza engagiert: in der Bibelschule und wo immer er bei den Aktivitäten der Gemeinde gebraucht wird.
Antrag auf Weiterförderung 2016
10 Gabriela (1995 - ID 61) Sozialwissenschaften
Studiert mit sehr guten Noten an der "Universidad Centroaméricana José Simeón Cánas". Sie ist sehr interessiert an der Entwicklung und der Transformation der Gesellschaft. Gabriela will Journalistin werden und in dem Bereich Forschung und Redaktion arbeiten. Sie möchte „die erfahrenen Ungerechtigkeiten und Bedürfnisse der bedürftigen Menschen“ sichtbar machen. Sie hilft in der Kirche dabei, eine Gesellschaft "más justa, equitativa, espiritual" aufzubauen. Sieht sich als "agente del cambio". Es gilt mit Hilfe der Kirche „jeden Tag die Wirklichkeit, in der wir Salvadorianer leben, ein Stück weit zu verbessern“.
2016: Weiterförderung beantragt.
11 Aurora (2000 – ID 62) Bilingualer Schulabschluss Technische Richtung
Aurora trat 2015 in die Förderung ein – und musste sie bald unterbrechen. Im Herbst ist ihre Mutter, die Pfarrerin für ökumenische Beziehungen der salvadorianischen Kirche gestorben. Es war ein schwerer Schlag für Aurora und ihre beiden jüngeren Schwestern, wie auch für Ehemann Rafael (Pfarrer) und die ganze Kirche. Aurora musste zur Sterbebegleitung ihren Schulbesuch stornieren. Die Kirche beantragt für ihren Schulabschluss in diesem Jahr noch 379 USD, damit Aurora 2016 den Schulbesuch wieder aufnehmen kann.
12 Katherin (1998 – ID 63) Schulabschluss (dann Krankenschwester)
Förderung seit 2015. Katherin erreichte gute Noten – nur in Mathematik muss sie nachbessern. Zunächst muss Katherin ihren Schulabschluss machen. In diesem Jahr soll es soweit sein. Dann will sie „enfermeria“ studieren. Sie engagiert sich in der Sonntagsschul­arbeit ihrer Gemeinde – Klassen mit bis zu 30 Kindern). Auch hilft sie bei den Gottesdiensten und singt im Chor mit.
2016 Weiterförderung beantragt
13 Maria Magdalena (1997 – ID 64) Schulabschluss
Kam 2015 auf Empfehlung von Pfr Hans-Jürgen Johnke in die Förderung. Maria ist aus dem Osten, einer Gegend, die stark mit der Trockenheit zu kämpfen hat. Die Mutter arbeitet als Schreibkraft, der Vater als Kassierer in einem Bus. Maria hat zwei Brüder. Sie ist im „tercer año de bachillerato“ und müsste in diesem Jahr ihren Schulabschluss schaffen. Maria arbeitet im Gottesdienstteam von Pfr. Johnke mit (siehe Titelbild Revista 11).
2016 Weiterförderung beantragt
14 Ricardo (1996 – ID 65) Informatik (Técnico en ingenieria en sistemas)
Ricardo hat seinen „bachiler general“ 2014 gemacht. Er studiert seit 2015 Informatik  und will 2020 abschließen. Im vergangenen Jahr musste er aufgrund familiärer Probleme zeitweilig aussetzen. So gibt es für 2016 noch Restgelder. Ricardo arbeitet in seiner Gemeinde „Rios de Aqua Vida“ (Ströme lebendigen Wassers) in der „Pastoral deportativa“ (Sportgruppe)  mit.
2016 Weiterförderung beantragt (529 USD).
15 José Jairo (1990 – ID 67) Computerwissenschaften
Kam 2015 ebenfalls auf Empfehlung von Pfr Hans-Jürgen Johnke in die Förderung. Vater: Wachmann, Mutter: Hausfrau, drei Geschwister. José studiert Informatik und hilft in der Kirchengemeinde (Musikgruppe) und in seiner früheren Schule bei PC-Problemen.
Er spielt Gitarre und engagiert sich im Gottesdienstteam von Pfr. Johnke (siehe Titelbild Revista 11).
2016 Weiterförderung beantragt.
Die Stipendiaten aus El Salvador wurden bis Herbst 2015 von Helmut und Waltraud Köhler, dann von Guadalupe Cortez und Hans-Jürgen-Johnke betreut. Viele sind Töchter und Söhne kirchlicher Mitarbeiter, die oft so wenig verdienen, dass sie ihren Kindern – zumal wenn es mehrere sind – keine Ausbildung finanzieren können. Nach einer ganzen Reihe von Neuaufnahmen 2015 stehen auch diesem Jahr stehen zwei neue BewerberInnen an.
 
Honduras
16 Inmer (1983 - ID 33): studiert Krankenpflege, machte 2015 (bis Juni 2016) sein „ziviles Jahr“. Erst dann bekommt er seinen Grad „Lizentiat in Krankenpflege“ überreicht. Inmer ist Koordinator seiner Gemeinde Chacalapa, zwei Stunden (Bus) von La Ceiba entfernt. Hilft in zwei anderen Gemeinden in La Ceiba mit. Ist Mitglied im Consejo Nacional der Christlich Lutherischen Kirche in Honduras. Betreibt mit Feuereifer in sein Studium. Ist „rechte Hand“ von Diakon Michael Kemner bei kirchlichen Aufgaben. Leitet die Jugendarbeit und das gemeindliche Leben in seiner Heimatgemeinde Chacalapa.
2014: Inmer ist unser „Star“ in Honduras. Er schloss sein Studium 2014 mit guten Noten und dem Lizentiat ab.  Die Kirchenleitung beantragt für ihn 2016 noch ein Stipendium zur Absolvierung des „Sozialen Jahres“ und den „tramites“ zur Verleihung des akademischen Grades. Sie lehnt ausdrücklich ein Fortbildungsstudium „Geburtshilfe“ oder „Anästhesie“ ab.
17 José Alejandro (1997 – ID 68) Lizenziat Informatik/Betriebswirtschaft
Kam 2015 in die Förderung. Es hat wohl nicht geklappt. José hatte mit vielerlei Schwierig­keiten zu kämpfen. Seine Mentorin Gloria übermittelte sehr schlechte Noten. Ein schriftlicher Bericht steht noch aus. So ist er für 2016 erst einmal suspendiert. Die Kirche hat aber Kontakt mit ihm und versucht, ihn wieder in seine geplante „carrera“ zurückzubringen.
18 Brayan Jossué (1995 – ID 69) Lizenziat Informatik/Betriebswirtschaft
Brayan ist ein guter Student. Er schaffte statt der geforderten fünf Fächer im Jahr 2015 gleich acht. In diesem Jahr will er 9 Fächer bestehen. Sein großes Ziel ist es, in seinem Fach selbständig zu werden und eine eigene Firma aufzubauen.
In der Kirche engagiert er sich in seiner Heimatgemeinde „Camino de Emaús“ (Weg nach Emmaus) in der Jugendgruppe und im Gottesdienstteam. Er arbeitet aber auch im „Consejo Directivo Nacional“ (Nationales Leitungsgremium) mit. Ihm liegt am geistlichen und zahlenmäßigen Wachstum seiner Kirche. Zitat: „Wenn Gott es mir erlaubt, werde ich mich auch in Zukunft immer engagieren.“

Die StipendiatInnen in Honduras leiden unter der aufgewühlten Situation im Land – einem der gewalttätigsten Staaten in Zentralamerika. Auch die Kirche durchlebt Turbulenzen. Wir förderten vorher unsere StipendiatInnen mit Wissen der ICLH – aber ohne ihre Hilfe. Der Kontakt zu den StipendiatInnen war bis zum Frühjahr 2014 durch Michael Kemner gesichert. Er kehrte am 4.1.2015 nach Deutschland zurück. Seit Ende 2014 läuft die Stipendienarbeit wieder über die ICLH. Sie hat dazu die Gloria Rodriguez als Mentorin berufen.
 
Nicaragua
Die Bewerbungen aus Nicaragua kamen verspätet und werden gegenwärtig noch übersetzt. Ich gebe die Angaben vom letzten Jahr weiter. Grundlegendes hat sich nicht geändert. Alle sechs StipendiatInnen wurden von der Kirche für die Förderung 2016 wieder vorgeschlagen – ein neuer Bewerber kommt hinzu.
19 Soliette (1989 – ID 7): Medizin
Als ich 1999 meine Arbeit in Lateinamerika begann, begegnete mir Soliette in einer Jugend­gruppe. Sie studiert Medizin, hat nebenher den Abschluss in Theologie gemacht und wurde als Pfarrerin ordiniert. Sie engagiert sich in kirchlichen Gesundheitsprogrammen. Will sich in ihrem Studium für das „öffentliche Gesundheitswesen“ spezialisieren. Ihr Abschluss ist für 2017 vorgesehen.
20 Alexander (1994 - ID 28): Klinische Psychologie
Studiert nun Klinische Psychologie an der Universidad Central de Nicaragua. Ziel: Arbeit mit Kindern und  Jugendlichen in einem Heim. Ist Mitglied der Jugendarbeit der Kirche. Er arbeitet als Promoter bei den AIDS-Programmen mit. Singt im Kirchenchor. Mutter Hausfrau, Vater: vigilante (Wachmann). Zwei Geschwister.
21 Kevin (1994 - ID 29): Buchhaltung
Kevin ist Mitglied der Jugendarbeit der Kirche. Singt am Sonntag im Chor. Organisiert die Lautsprecheranlagen. Mutter: allein erziehende Wäscherin. Leider konnte Kevin zum Treffen im Februar 2014 nicht kommen.
22 Jordy (1993 – ID 50): Maschinenbau
Hat 2011 mit dem Studium Maschinenbau begonnen. Erstes Ziel: Ingeniero Civil (öffentliche Baumaßnahmen). Voraussichtlicher Abschluss: 2017. Dann vielleicht noch Spezialisierung im Flugzeugbau. Jordy gehört zur Gemeinde Oscar Baltodano in Carcasso – 40 km von Managua entfernt. Er ist Mitglied der Jugendgruppe seiner Gemeinde. In den Gottesdiensten sorgt er für musikalische Begleitung. Vater: Ingenieur, Mutter: Pfarrerin – Ordination 2015 bei der 25-Jahr-Feier der ILFE.
23 César (1992 – ID 51): studiert „Öffentliche Buchhaltung“ an der UCA (Universidad Centro América). Ihn interessieren Geldverwaltung und Finanzen. In der Kirche engagiert er sich in der Jugendgruppe und im Chor und arbeitet sonst mit, wo er gebraucht wird.Zusammen mit Alexander ist er Jugendleiter der Jugendgruppe der Zentralkirche und Promotor im Aidsprogramm. Lebt bei Vater und Großmutter. Mutter in den USA als Illegale.
24 Freidy (1995 – ID 73): studiert in Somotillo „Sprache und Literatur“ – wollte eigentlich Sozialarbeit studieren, was aber aus finanziellen Gründen nicht ging. Ihr akademisches Jahr 2015 hat sie gut bestanden und bereitet sich nun auf die Lizentiatur vor. Von Kind auf ist sie in der Kirche engagiert. Ihre Großeltern Gerzan und Emperatriz gehören als Pastoren zum „Urgestein“ der ILFE – und auch Freidy engagiert sich in ihren Fußtapfen als Laienpastorin und Jugendleiterin. Bei vielen Aktionen der ILFE rund um Somotillo ist Freidy dabei.
Die ILFE in Nicaragua hat 2011 eine Reihe von Schülern für ein längerfristiges Stipendium vorgeschlagen. Alle sind jetzt auf einem guten Weg. Die Bedürftigkeit und das Engagement sind jeweils gegeben. Die Zusammenarbeit mit der ILFE ist regelmäßig. Mission EineWelt entsandte 2014/15 wieder Freiwillige nach Nicaragua, auch wenn es dort keine dauerhaft geregelte Arbeit für sie gibt. Sie „laufen“ in der Jugendgruppe der Zentralkirche „mit“ und engagieren sich vor allem im Vorschul- und Schulbereich. Sie sind nach wie vor eine wichtige Brücke zu den StipendiatInnen.
 
Costa Rica
Die ILCO hat 2015 einen großen Wandel erlebt. Nach dem Wechsel von Bischof Melvin Jiménez in die Politik (die Revista berichtete regelmäßig), musste in mehreren Runden nach einer neuen Organisation und Führung gesucht werden. Mittlerweile scheinen sich die Verhältnisse stabilisiert zu haben.
Leider ist das bei der Organisation der Stipendienarbeit noch nicht der Fall. Wir bekamen zwar die Liste der StipendiatInnen 2015 mit der Bitte um Weiterförderung übersandt – aber keinerlei Berichte über das schulische bzw. akademische Jahr. Auch waren keine Motivationsschreiben dabei. Der Briefwechsel ist noch im Gang. Nachbesserung wurde gelobt, aber zum Zeitpunkt des Versands dieses Berichtes lagen noch keine neuen Unterlagen vor. So wiederhole ich auch – wie im Fall der ILFE, Nicaragua – die alte Darstellung.
Julio (1965 – ID 40): Theologie
Der Musiker und Pastor Julio schaffte 2013 sein „Bachillerato en Ciencias Bíblicas“ (Bachelor). Der eigentliche Abschluss aber ist die „Licenciatura en Ciencias Bíblicas“, die er 2014 erreichen möchte. Die Graduación wäre dann nach seinen Angaben 2015 gewesen.
2015 aber setzte Julio aus. Als Pfarrer und „Urgestein“ der ILCO beteiligte er sich intensiv an der neuen Gestaltwerdung der Kirche. 2016 will er nun sein Studium mit der Lizentiatur abschließen.
25 Maribel (1993 – ID 43): Schulabschluss
Maribel kommt aus einer indigenen Bribri-Familie im Reservat Cabagra. Die Eltern leben als Bauern hoch in den Bergen in einer weiten Streusiedlung. Maribel möchte ihr Abitur machen und als Grundschullehrerin ihrem Volk helfen. Kirchlich engagiert sie sich in der Kinderarbeit und hilft den Pastoren Nehemias und Joaquín, wenn sie ins Reservat kommen, um Gottesdienst zu halten und andere Aktivitäten durchzuführen.
2013 ILCO: Die Noten waren wegen unregelmäßigen Schulbesuchs (muss Eltern helfen, wenn es irgendeine Arbeit gibt) schlecht, hat aber das achte Sekundarschuljahr erreicht.
Die ILCO bittet um Fortführung des Stipendiums
Lilibeth (1993 – ID 45): Schulabschluss
Lilibeth und ihre Schwester Maryuri sind Migrantinnen aus Nicaragua. Sie lebt mit ihrer Familie im Tiefland von Sarapiquí. Sie ist noch Schülerin, will Abitur machen. In den Kirchengemeinden El Jardín und San Julián der ILCO betreut sie die Kindergruppen.
Lilibeth erkrankte an Leukämie, verlor viele Unterrichtsstunden, hatte ungenügende Noten. 2013 ging es ihr wieder besser. Sie hat das 9. Schuljahr geschafft, will nach dem „Bachillerato de la Secundaria“ (12. Schuljahr) Mathematik und Biologie studieren.
2015 nicht mehr gefördert. Der Kontakt zur Gemeinde ist abgebrochen.
Maryuri (1995 – ID 46): Schulabschluss
Maryuri ist ebenfalls Schülerin, besucht die Sekundaria. Sie ist mit ihrer Schwester Lilibeth ebenfalls in den Kindergruppen engagiert. Maryuri arbeitet auch im „santuario ecológico“ des Pastors Nehemias mit und ist Schriftführerin im Gemeindekomitee. Will nach dem „Bachillerato de la Secundaria“ Lehrerin werden.
2014 ILCO: Maryuri hat die von ihr belegten Fächer bestanden.
2015 nicht mehr gefördert. Der Kontakt zur Gemeinde ist abgebrochen.
Ana (1972 – ID 52): bekam 2013 einen Zuschuss für einen Englischkurs. Sie arbeitet seit zwei Jahren im Zentralbüro der Kirche bei der Stipendiatenarbeit mit, betreut den „Comercio Justo“ (Eine-Welt-Laden), führt Delegationen.
Die Kirche schlägt sie 2014 für ein Sprachstudium vor, das sie auf einer Sprachschule (mit erhöhten Kosten) absolvieren soll. Sie ist dazu vorgesehen, die immer zahlreicher werdenden Delegationen (vor allem aus USA) sprachlich versiert zu begleiten.
Ana schloss sich Bischof Jiménez an und ging 2014 in die Politik.
2015 nicht mehr gefördert. Der Kontakt zur Gemeinde ist abgebrochen.
26 Maria (1973 – ID 57): Abitur
Maria ist Migrantin aus Nicaragua. Hatte das Ziel, in Costa Rica zu studieren, musste aber als Alleinerziehende für ihre drei Kinder sorgen. Engagiert sich in der Kirche  als pastorale Hilfskraft. Wirkt im Programm für MigrantInnen mit. Die Kirche will ihr die Chance geben, ihr Lebensziel doch zu verwirklichen. Gegenwärtig bekommt sie ein Stipendium, um das Abitur nachzuholen. Dann möchte sie einen kurzen Studiengang wählen (Arbeitsmedizin?), um Arbeiter und ArbeiterInnen in Firmen und Familien zu begleiten.
2016 nicht mehr vorgeschlagen. Bekommt ein anderes Stipendium.
Carolina (1995 - ID 58): Schulabschluss
Carolina lebt im Tiefland von Costa Rica in Sarapiquí. Dort engagiert sie sich in der Gemeinde "El Jardin". Sie arbeitet mit den Kleinsten in einer Kindergruppe, ist aber auch Koordinatorin für das Jugendprogramm in ihrer Gemeinde. Sie möchte Sonderschullehrerin werden – ist an der Arbeit mit behinderten Kindern interessiert – , muss vor dem Studium aber noch das Abitur machen. Ihr Mentor ist Pastor Nehemias.
2015 nicht mehr gefördert. Der Kontakt zur Gemeinde ist abgebrochen.
Diogenes (1990 – ID 59) Indigenen-Abitur
Diogenes kommt aus dem Stamm der Aditibri, die im östlichen Tropenwald nahe zur Grenze nach Panama leben (Pueblo Buena Vista/Talamanca). Für Jugendliche seines Stammes ist ein Bildungszentrum (CINDEA de Bribri) eingerichtet, das 3 Stunden zu Fuß von seinem Heimatdorf entfernt liegt. Der Unterricht geschieht im Blocksystem. Er arbeitet mit Pastor De la O bei diakonischen Aufgaben mit. Die ILCO hat eine sozialdiakonische Arbeit in seinem Gebiet begonnen. 2014 machte Diogenes seinen indigenen Schulabschluss.
2015 begann Diogenes mit dem Studium an der „Universidad Nacional (UNA) in Heredia. Er kann nunmehr mit staatlicher Unterstützung rechnen.
27 Deimer (2002 – ID 70) Schulabschluss
Deimer ist Indigener aus dem Reservat Cabagra im Süden Costa Ricas. Seine Familie (fünf Geschwister) leben von der Landwirtschaft. Er möchte gern Lehrer werden, braucht dazu aber seinen Schulabschluss. Das wird noch eine Weile dauern, Deimer begann im vergangenen Jahr mit der Sekundaria. Er stammt aus einer traditionell kirchlichen Familie. Schon Groß­vater Baldomero engagierte sich für die lutherische Gemeinde, ebenso seine Mutter Guisell. Deimer ist aktiv in der Kindergruppe der Gemeinde.
28 Jennifer (2002 – ID 71) Schulabschluss
Jennifer gehört zu den nicaragüensischen Migranten im Tiefland von Costa Rica uns Sarapiquí. Ihr Vater ist Landarbeiter, ihre Mutter „ama de casa“ (Hausfrau). Die Familie (vier Kinder) wohnt in San Julian. Jennifer möchte im „Liceo Rural de Sarapiquí“ ihren Schulabschluss machen. In der Gemeinde engagiert sie sich als Kindergruppenleiterin und engagiert sich im pastoralen Team, das Pastor Nehemias begleitet.
29 Zenelia (2002 – ID 72) Schulabschluss
Auch Zenelia gehört zu den nicaragüensischen Migranten. Geboren wurde sie 2002 in Nicaragua. Mit ihren Eltern (Vater Landarbeiter, Mutter Hausfrau) und ihren zwei Brüdern wohnt sie in El Jardín. Zenelia muss noch die Primarstufe abschließen, dann kann sie sich in der Sekundarstufe auf den Schulabschluss vorbereiten. Sie arbeitet engagiert in ihrer Kirchengemeinde mit als Koordinatorin des Kinderkreises und Mitglied im pastoralen Team.
 
Die Kirche in Costa Rica bietet durch ihre diakonisch-missionarische Arbeit echte Berufsperspektiven. Doch braucht sie auch qualifiziertes Personal. Dabei beginnt sie mit dem Gemeindeaufbau „von unten“. Eine ganze Reihe der Stipendiatinnen muss erst die Schule schaffen. Das „Bachillerato de la Secundaria“ („Abitur“) in Lateinamerika ist die Voraussetzung für eine qualifizierte Berufsausbildung (nordamerikanisches System).
 
3. Entwicklung der Finanzen
Das achte Jahr als „Kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts“ (staatliche Anerkennung am 24.1.2008) brachte für die „Annette und Wolfgang Döbrich-Stiftung zur Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in Zentralamerika“ manche Herausforderung. Der seit Jahren zurückgehende Zinsertrag des Grundstockvermögens gefährdet die Auszahlung der Stipendien in der neu erreichten Höhe von ca. 20.000 €. Er macht die Bitte um Spenden für den Stiftungszweck (Stipendien) immer dringlicher. Dass es gelang, mit „Direktspenden“ die Verringerung der Zinserträge in großem Umfang auszugleichen, ist der Hilfsbereitschaft unserer SpenderInnen zu verdanken. Doch dazu später.
Zunächst einige Zahlen im Überblick. Wir konnten im vergangenen Jahr - wie dargestellt -
29 StipendiatInnen fördern. Damit entsprachen wir allen Stipendienanträgen unserer Partnerkirchen. Natürlich gehen die Bitten um eine Erweiterung der StipendiatInnenzahlen darüber hinaus. Auch dieses Jahr liegt diese Bitte vor (2 aus El Salvador, 1 aus Nicaragua, 1 aus Costa Rica).
Wenn ich nun einige Zahlen nenne um die Entwicklung unserer Stiftung darzustellen, soll das nur eine Tendenz angeben. Ich entnehme meine Zahlen den Eingängen und Unterlagen unseres Spendenkontos bei der Evangelischen Bank. Dabei fehlen Zinszahlungen aus Anlagen der Stiftungsbank, die in Rücklagen etc. flossen, Zins-Zahlungen aus den neuen Stiftungsfonds sowie die Abrechnungen aus den Stipendienzahlungen. Die exakten Zahlen über das gesamte Stiftungsvermögen erfahren wir aus dem Bericht unseres Schatzmeisters.
Jahressummen jeweils zum Ende des Jahres (in Euro)

Spenden insgesamt zum Stiftungsvermögen:
31.12.2008: 103.010
31.12.2009: 137.349 (+ 34.339)
31.12.2010: 182.440 (+ 45.091)
31.12.2011: 219.970 (+ 37.530)
31.12.2012: 245.520 (+ 25.550)
31.12.2013: 277.000 (+ 31.480)
31.12.2014: 313.950 (+ 36.950)
31.12.2015: 333.420 (+ 19.420)
Spenden zum Stiftungszweck:       
31.12.2008: 00.000
31.12.2009: 04.380 (+ 04.380)
31.12.2010: 10.250 (+ 05.870)
31.12.2011: 16.650 (+ 06.400)
31.12.2012: 23.220 (+ 06.570)
31.12.2013: 36.200 (+ 12.980)
31.12.2914: 53.820 (+ 17.620)
31.12.2015: 73.130 (+ 19.360)
 
Gesamtspenden an die Stiftung:
31.12.2008:  103.010 (88 Bescheinigungen)
31.12.2009:  141.730 (+ 38.720 in 166 Bescheinigungen) (+ Chrismon)
31.12.2010:  192.690 (+ 50.960 in 207 B)
31.12.2011:  236.620 (+ 43.930 in 218 B)
31.12.2012:  268.740 (+ 32.120 in 181 B)
31.12.2013:  313.200 (+ 44.460 in 172 B)
31.12.2014:  367.770 (+ 54.570 in 207 B)
31.12.2015:  406.550 (+ 38.780 in 206 B) (+ Chrismon)
Herzlichen Dank allen Spenderinnen und Spendern!

4.  Die Stiftung in den Medien
Chrismon-Projekt Oktober 2015
Nach der Vorstellung im Dezember 2009 wurde unsere Stiftung wieder als „Projekt des Monats“ des evangelischen Magazins Chrismon vorgestellt. Allerdings hatte sich die Situation im Vergleich zu 2009 völlig verändert. Deutschland versuchte die große Zuwan­derung von Flüchtlingen zu verkraften. Alle Medien waren voll von Spendenaufrufen.
Unsere Stiftung wurde allerdings bewusst in diesem Kontext ausgewählt. Immerhin versucht sie seit 12 Jahren zum „Bleiben“ von Auswanderungswilligen beizutragen. Die Situation in Europa entspricht der in den USA. Wenn die Menschen im Süden keine Möglichkeiten für Ausbildung und Arbeit in ihren Heimatländern finden, entscheiden sie sich für Migration in den Norden. Die große Fluchtbewegung dieser Monate hat auch mit der Bildungskatastrophe im Süden zu tun.
Hier aber ist der Ansatzpunkt für unsere Arbeit. Der Ertrag des Projektaufrufs Chrismon blieb mit ca. 1.200 € viel bescheidener als 2009 (12.000 €) – aber die Arbeit mit den Flüchtlingen brauchte auch Unterstützung. Toll, dass doch so viele auch die Notwendigkeit der Unter­stützung vor Ort sehen.
Der Ausbau und die Pflege der Homepage sind auch in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Iradj Teymurian hat das gegenwärtige Design aufgebaut. Er ist auch weiterhin ehrenamtlich unser Webmaster. Vor allem betreut Iradj die „interne Seite“, verwandelt alle eingehenden Dokumente in pdf-Dateien. So können sie leicht geöffnet und nicht mehr verändert werden.
Die Netzseite gibt einen umfassenden Einblick in Struktur und Arbeit der Stiftung. Unsere StipendiatInnen werden mit jeweils einem „Profil“ vorgestellt. Diese Seite ist aufgebaut. Wir stellen alle in der Revista vorgelegten Präsentationen zusammen, so dass man dort die Entwicklung jedes einzelnen Stipendiaten verfolgen kann. Diese Aufgabe hat Ingrid Keil – in Zusammenarbeit mit Iradj Teymurian - ehrenamtlich übernommen.
Tobias Döbrich hilft in der elektronischen Bearbeitung der Dokumente ehrenamtlich mit. Auch Ralf Schenk steht mit Rat und Tat für Aufgaben in diesem Bereich zur Verfügung.
Die Homepage wird fleißig besucht. Seit Beginn der Zählung (Frühlingsanfang 21.3.2010) haben über 35.000 Menschen die Adresse angeklickt (4.3.2016), d.h. im Schnitt 12-13 Besucher am Tag. Der Webauftritt ist weiter ausbaufähig. Wir stellen jetzt schon Vorträge, Berichte und Filme aus der Lateinamerikaarbeit ein. Doch fehlen zu einem systematischen Ausbau weiterhin unsere Kapazitäten. Schön wären für unsere Besucher aus Zentralamerika auch einige spanischsprachige Seiten.
Interne Dokumentation:
Nach unserer bisherigen Arbeitsweise werden – wenn irgend möglich – von jedem Stipendiaten bis zu 10 Dokumente eingestellt:
1. Für den jährlichen Antrag:
A: Motivationsschreiben span. – dt.,
B: Antrag,
C: Aval der Kirchenleitung + Vereinbarung Stipendiat – Kirche – Stiftung, 
2. Für die Abwicklung der Stipendien:
D: Briefe, Dokumente, „Vermischtes“,
E: Matrikel,
F-G: Bericht über Ausbildung (F) und kirchliches Engagement (G) span. – dt.,
H: Noten,
I: Quittungen,
U: Urkunde

Ein Übersetzerteam aus ehemaligen Freiwilligen hilft bei den Übersetzungen. Für diese Hilfe bin ich besonders dankbar, da ich die einlaufenden Dokumente – nach ihrer Kategorisierung mit der Identifikationsnummer – erst mal „zum Übersetzen“ weitergegeben kann. Freilich gilt es auch immer wieder einen Blick auf die Übersetzungen zu werfen. Manche ÜbersetzerInnen bitten selbst darum, weil die Vorgabe manchmal schwer zu lesen oder zu verstehen ist. Auch muss man etwas im Schul- und Universitätssystem Zentralamerikas zu Hause sein, um einigermaßen sachgerecht übersetzen zu können.
Erinnern möchte ich wieder an unseren Auftritt im „Spendenportal.de – Das Spendennetzwerk für Deutschland“, den Dr. Jürgen Löschberger für die Stiftung eingerichtet hat und unterhält. Über www.spendenportal.de kann man sich generell über viele Möglichkeiten, zu spenden und damit Gutes zu tun, informieren. Dort findet man uns unter den einschlägigen Stichwörtern (z.B. Zentralamerika, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica etc.). Die Seite ist auch mit unserer Homepage verlinkt, so dass auf diesem Weg auch Online-Spenden überwiesen werden können (was aber leider nur sehr selten geschieht).
Jürgen Löschberger hat auch die BOOST-Seite lanciert. Bei elektronischer Waren-Bestellung über diese Seite fallen auch ein paar Prozentpunkte der Bestellsumme für die Stiftung ab. Bisher (19.2.2016) haben wir rechnerisch 576,95 € eingenommen. Eine willkommene Ergänzung unserer Einnahmen, die niemand etwas kostet. Wir bitten, diese Möglichkeit selbst zu nutzen und andere darauf aufmerksam zu machen.
Die „Revista Informativa“ kommt weiterhin sehr gut an. Sie soll in erster Linie über unsere StipendiatInnen informieren. Dazu bearbeiten wir die bei uns eingehenden Unterlagen und bringen sie in eine veröffentlichungsfähige Form. Die StipendiatInnen werden dazu um ihr Einverständnis gebeten.
Darüber hinaus treffen viele interessante Unterlagen und Mitteilungen ein, anderes wird schriftlich erbeten: Berichte des Lateinamerikareferenten Hans Zeller, Informationen von MitarbeiterInnen aus dem Umkreis von Mission EineWelt in Zentralamerika, Analysen von zentralamerikanischen Autoren, Presseveröffentlichungen, Rezensionen usw. Aus all diesen Texten und Bildern entsteht unser Informationsblatt, eine „Revista Informativa“. Sie ist mittlerweile eine in kirchlichen Kreisen und darüber hinaus bekannte Zeitschrift, die über Zentralamerika berichtet. Letztlich geht es auch darum, Interesse für diese Region zu wecken. Zur Zeit der Bürgerkriege (1970-1970) war sie in aller Munde, jetzt – wo der Friede aufgebaut werden soll – ist sie vergessen. Unter Christen­menschen darf niemand in Vergessenheit geraten.
Mittlerweile werden auch schon mehr Revistas von der Homepage heruntergeladen, als wir in Druckform verbreiten. Leider fehlt eine Analyse dieser Interessentenschar.
Ein sechsköpfiges Team erarbeitet die Revista, von den Portraits der StipendiatInnen bis zum Layout. Die Resonanz ist sehr positiv. Unsere „Korrespondenten“ helfen bereitwillig mit. Mittlerweile ist die Revista 12 (Pfingsten 2016) in Vorbereitung. Die Revista trägt auch unsere Bitten um Zustiftungen und Stipendien zum Stiftungszweck weiter. Jede Ausgabe der Revista erbringt etwa 5.000 € (Pfingstausgabe) bzw. 20.000 € (Weihnachten) an Spenden.
Ich bedanke mich bei allen, die daran mitwirken. Damit komme ich zu Punkt
5. Dank für gute Zusammenarbeit
Die gute Entwicklung der Stiftung im Berichtsjahr ist  in erster Linie all denen zu verdanken, die zu ihrem Wachstum durch Zustiftungen, Kollekten und Spenden zum Stiftungszweck beigetragen haben. Der Dank wird in persönlichen Briefen an die Spenderinnen und Spender mit Auszug aus Stiftungs- bzw. Spendenbuch sowie mit der steuerlich absetzbaren Spendenquittung zeitnah zum Ausdruck gebracht.
Es gab auch im vergangenen Jahr wieder bei Hochzeiten und Geburtstagen eine ganze Reihe von persönlichen und gemeindlichen Sammlungsaktionen, für die wir sehr dankbar sind.
Besonderer Dank gebührt diesmal der Fastenaktion der Löhe-Gesamtschule in Nürnberg (Schulpfarrer Mark Meinhard). Die Schülerinnen und Schüler (auch Lehrkräfte) haben bei den Fastenandachten für unsere Stiftung gesammelt. Knapp 900 € kamen dabei zusammen.
Bei solchen Anlässen kann mit der Revista gutes Informationsmaterial bereitgestellt werden. Ich bitte die Mitglieder der Gremien, auf diese Möglichkeit in ihren Kreisen aufmerksam zu machen. Auch erreichten uns einige größere Spenden aus Nachlässen. Hier wirkt ein segensreicher Impuls, der jungen Menschen zugutekommt, über den Tod hinaus.
Die positive Entwicklung verdankt sich aber auch der engagierten Mitarbeit zahlreicher FreundInnen und Unterstützer dieser Stiftungsarbeit. Ihnen allen – Vollständigkeit ist nicht gewährleistet – sei explizit herzlicher Dank gesagt für die gute Zusammenarbeit in den verschiedenen Bereichen:
      -     Zentralamerika: Victoria Cortez, Medardo Gómez, Gilberto Quesada, Martín Girón,
            Hans Zeller.
       -    Mentor/innen: Helmut Köhler (Helmut musste im Oktober 2015 mit seiner Frau
            Waltraud überraschend aus gesundheitlichen Gründen nach Deutschland zurückkehren
            – in der nächsten Revista wird beider jahrelange Mitarbeit gewürdigt),
            Guadalupe Cortez (El Salvador), Katia Cortez (Nicaragua);
            Joachim Höring, Abel Moya (Costa Rica), Michael Kemner (Honduras – auch
            Michael musste im Januar zurückkehren, siehe Revista 11, S. 11).
-          Finanzen/Finanzamt/Vermögensverwaltung: Dr. Kai-Niclas Michels.
-          Beratung/Stiftungsaufsicht: Wilhelm Popp, Adelheid Knoll.
-          Mission EineWelt: Überweisungen/Abrechnung/Versand: Renate Hauerstein, Jochen Kronester, Hans Zeller und weitere MitarbeiterInnen von  MEW.
-          Netzauftritt/Datenbank: Iradj Teymurian, Dr. Jürgen Löschberger, Ralf Schenk, Dr. Werner Schramm, Ingrid Keil, Tobias Döbrich
-          Revista Informativa: Annette Döbrich, Ingrid Keil, Dieter Knauer, Beth Shaw,
Dr. Ernst Quester, Dr. Wolfgang Döbrich.
Erweiterter Redaktionskreis: Dr. Martin Hoffmann, Joachim Höring, Hans-Jürgen Johnke, Michael Kemner, Helmut Köhler, Gerhild Zeitner, Hans Zeller.
-          ÜbersetzerInnen: Andreas Abelein, Dr. Susanne Apel, Lukas Barucha, Jakob Bihlmayer, Barbara Brunner, Marieke Büschl, Christina Dippon, Ligia Döbrich-Alfaro, Franziska Falk, Sophie Fleischmann, Matthias Franz, Christoph Hammerbacher, Ronja Höng, Regina Huber, Rebecca Kächele, Ramona Liebig, Corinna Lobenwein, Ramona Löffler, Timo Manssen, Alexander Marx, Dora Meyer, Eva Meyer, Margarete Olbrich, Dr. Ulrike Purrer, Dr. Rafael Reitzig, Beate Riehl, Hannah Rößner, Eva Rosenstein, Udith Schleifer, Yessica Schmidt, Thomas Steierer, Magdalena Ullmann, Judith Wagner, Julia Williams.
-          Gremien:
Vorstand: Wolfgang Döbrich – Vorsitzender, Fritz Schroth – stellvertr. Vorsitzender, Dr. Heinrich Bedford-Strohm – ständige Vertreterin: Dr. Gabriele Hoerschelmann
Beirat: Dr. Jürgen Löschberger – Vorsitzender, Ralf Schenk – stellvertr. Vorsitzender Annette, Simon, Tobias und Dr. Wolfgang Döbrich, Dr. Christoph Foerst, Dr. Christoph Jahnel, Ingrid Keil, Dieter Knauer, Prof. Dr. Achim Krämer, Dr. Kai-Niclas Michels, Prof. Dr. Andreas Nehring, Eberhard Schmolz, Dr. Werner Schramm, Cornelia Stein, Hans Zeller.
 
Nachruf
Ich möchte diesen Jahresbericht nicht schließen, ohne dankbar an zwei treue Förderer unserer Stiftung aus Starnberg zu denken, die im vergangenen Jahr nach langer Krankheit verstorben sind: Claus Schumann und Diakon Klaus Kielmann. Wir halten beide Förderer und Freunde unserer Stiftung in ehrendem Gedenken.
 
Feldafing, 19. Februar 2016
gez. Wolfgang Döbrich, Vorsitzender