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Jonatan Antonio

 http://doebrich-stiftung.de/media/Bilder_Stipendiaten/01_Jonathan_ES.jpg.jpg.jpg.jpg

Vorname :   Jonatan Antonio
Land :   El Salvador
Geburtsjahr :   1994
Angestrebtes Bildungsziel : 

Fachabitur 2015

Beginn der Förderung :   2009
Geplante Beendigung der Ausbildung 

 2015

 

Auszug aus Revista 1/2010

Waltraud Köhler berichtet über einen Besuch:
„Vor der Tür eine schmale Gasse durch die Häuserreihen, die dicht an dicht stehen, ihre Bewohner leben mehrheitlich vom Drogenhandel, von Prostitution und Kleinkriminalität ... nicht alle, aber viele. Eine beklemmende, deprimierende Umgebung. Umso mehr beeindruckt mich bei jedem Besuch die positive Energie, die ich im Haus von David und Jonatan spüre, trotz des „Chaos“ drinnen und draußen. Ich frage die Mutter, ob es nicht sehr schwierig sei, ihre Kinder z.B. von den Jugendbanden fernzuhalten. Jonatan, inzwischen 16 Jahre alt, ist längst in dem Alter, in dem Jugendliche von den Maras (Jugendbanden) „rekrutiert“ werden. Minderjährige erhalten geringe Strafen, wenn überhaupt, und werden als „Täter“ eingezogen. David könnte der nächste sein, mit seinen 11 Jahren. Die Antwort auf meine Frage ist: „ja, es ist sicher nicht leicht, aber zumindest hier in unserer Wohnsiedlung werden wir akzeptiert; „gute“ Bandenmitglieder sprechen mit unseren Kindern, warnen sie, erzählen von all den Problemen, die sie täglich erleben, und dass das erste Mal, Drogen zu nehmen oder einer Bande beizutreten,immer derAnfang vom Ende ist. Die Mutter betont, wie wichtig die monatliche Unterstützung für David und Jonathan ist. Sie hilft, nicht nur die notwendigen Schulutensilien zu erstehen. Auch kleine Wünsche der Kinder können ab und zu erfüllt werden, Dinge für die andere Kinder in ähnlicher Situation stehlen gehen oder zu Schlimmerem verführt werden. Die schulischen Leistungen der Beiden sind durchschnittlich, sie geben sich Mühe in Rahmen ihrer Möglichkeiten. Zuverlässig schreiben sie Briefe an „ihre Paten“, um sich zu bedanken. Sie beteiligen sich an Gottesdiensten in der Bischofskirche, David nutzt das Angebot der Casa la Esperanza, Workshops wie Malen, Theater für Kinder in seinem Alter. Alles in allem eine durchaus positive Entwicklung – nach meiner Einschätzung und meinem Kenntnisstand.“

 

Auszug aus Revista 5 /2012

Seit Beginn der Stiftungsarbeit sind David und Jonatan im Programm. Uns fiel damals das besondere Engagement ihrer Mutter auf. Sie begegnete uns häufig auf den Straßen des Stadtviertels San Miguelito, immer ihre vier Kinder im Schlepp; unterwegs, um den größeren Söhnen bei ihren Hausaufgaben zu helfen, Material zu organisieren etc.
Ein seltener Anblick in dieser Gegend. Anfang dieses Jahres 2012 geriet die Familie in eine schwierige Situation, bezeichnend für viele salvadorianische Familien. Bei einem abendlichen Einkauf in einem nahegelegenen kleinen Geschäft wurde sie von Bandenmitgliedern mit Waffen bedroht. In dieser Gegend ist die Bandenpräsenz sehr hoch. Es ging wohl um Neftalis – des Ältesten - Schuhe, die er nicht hergeben wollte. Verletzt wurde zwar niemand, aber der Schock war groß: Schlafstörungen, Lernschwierigkeiten, Angst, sich auf der Straße zu bewegen. Jonatan hörte auf Fußball zu spielen, die meiste Zeit des Tages sind die Kinder zuhause. ¨Zuhause“ in zwei kleinen Räumen mit 6 Personen, kaum Tageslicht, keinerlei Rückzugsmöglichkeiten, ohne Privatsphäre. Vor der Tür Drogenhandel, Prostitution mit allen denkbaren Begleiterscheinungen. Ich habe größte Hochachtung vor Familien wie dieser, die trotz aller Widrigkeiten versuchen ihre Kinder zu fördern, sie zur Schule zu schicken, versuchen sie zu erziehen und von der Strasse fernzuhalten. Sicher, die schulischen Leistungen von David und Jonathan könnten besser sein, aber meiner Meinung nach darf das nicht als einziger Maßstab gelten. Sie müssen viel Energie aufwenden, um ihren Alltag zu verkraften.
Jonatan, mittlerweise 18 Jahre alt, besucht die Abendschule und schließt im November mit der neunten Klasse die Hauptschule ab. Wird er weitermachen? Er könnte eine öffentliche Schule in Zentrumsnähe besuchen, um eine Art Fachabitur zu machen. Ihnwürde die Ausbildung „Hotelfach und Tourismus“ interessieren. Vor einem Jahr noch wollte er Diskjockey werden, dann Einzelhandelskaufmann. Am liebsten würde er ganz schnell Geld verdienen, und sei es mit Gelegenheitsjobs. In den nächsten Monaten wird sich entscheiden, welchen Weg er wählt. Eine schwere Entscheidung, die er allein treffen muss. Aber er hat, egal was kommt, dank der Döbrich-Stiftung zumindest den Hauptschulabschluss erreicht, was längst nicht allen Schülern gelingt.
David, der jüngere Bruder, wird die Schule weiter besuchen, er hat noch 2 Jahre bis zum Hauptschulabschluss. Regelmäßig
ist er in der Auferstehungskirche zu finden, beteiligt sich an Kinderbibelwochen und ist ruhiger und reifer geworden.
Die beiden sind sehr dankbar für die monatliche Unterstützung, wissen, welche Verpflichtung sich damit verbindet, und tun das ihnen Mögliche, um dieser nachzukommen.

Vorstellung: Waltraud Köhler

 

Auszug aus Revista 9/ 2014

 

Als im Februar in El Salvador alle Stipendiaten der Döbrich-Stiftung
zu einem Treffen eingeladen waren, konnten die Brüder David und Jonathan aus dem Armenviertel Tutunichapa, einem Stadtteil von San Miguelito in San Salvador, aus organisatorischen Gründen nicht
dazukommen. So war es gar nicht leicht, sie persönlich zu treffen. Schließlich klappte es doch noch. Sie wurden zu einem gemeinsamen Frühstück vom Fahrer der Kirche abgeholt. Beide sind bei den letzten Prüfungen durchgefallen. Jonathan hatte Schwierigkeiten mit Mathematik und Englisch. In den anderen Fächern hat er bestanden. Er braucht nun noch ein Jahr mehr, um
bis 2015 das Abitur zu schaffen. Danach würde er gern weiterlernen und Ingenieur, Techniker oder Mechaniker werden. Am liebsten aber würde er Autos reparieren. David ist in der 6. Klasse (das sagt er auf Englisch). Er möchte am liebsten Lehrer werden. Beide erklären, dass die Gewalt in der Gegend, in der sie wohnen, schlimmer geworden ist.
Wie es ihnen jetzt geht, berichten Waltraud
und Helmut Koehler, die lange Zeit die „Casa La Esperanza“ in San Salvador leiteten:
Eigentlich ist David zu alt, zu groß und zu kräftig für die sechste Klasse. Aber der 15jährige hat den Sprung noch nicht geschafft. (Er freut sich aber spitzbübisch über das Spiel mit dem Drachen, den er
bei jedem noch so leichten Wind steigen lässt.) Die Zwischennoten von David sind nicht berauschend, aber er versicherte, dass er nun endlich den Sprung in die siebte Klasse schaffen wird. Wir hoffen es für ihn, denn er muss – nach den neuen Bestimmungen des Bildungsministeriums — mindestens die neunte Klasse abschließen.
Jonathan besucht weiterhin abends die Schule, tagsüber arbeitet er. Er hofft im zweiten Anlauf das hinführende Jahr zum Bachillerato
(Abitur) erfolgreich zu beenden, um 2015 den Abschluss machen
zu können. Leicht ist es nicht für die beiden, aber es ist schon erstaunlich, wie sie es bisher geschafft haben, sich in diesem prekären sozialen Umfeld zu behaupten und nicht in eine der gewaltbereiten Jugendgruppen (Maras) abzutauchen. Das ist sicherlich auch ein Verdienst der Mutter, die sehr engagiert ist.
Wie es mit der Förderung von David und Jonathan weitergehen wird, muss abgewartet werden. Wir brauchen dazu erst noch die Abschlusszeugnisse, die wohl Ende November vorliegen werden.

Auszug aus Revista 11/ 2015

Über unsere Stipendiaten David und Jonathan aus El Salvador gibt es leider keine guten Nachrichten. Sie hatten es schon immer schwer, da sie in einem der „barrios“ (Armenviertel) aufwuchsen. Helmut und Waltraud Köhler hatten sich der beiden angenommen. Nun mussten Köhlers unvermutet schnell nach Deutschland zurückkehren. Waltraud Köhler teilt mit: „Leider konnte ich nicht mehr mit den Jungs sprechen. Das letzte Mal traf ich sie am 6. August zum Bischofsfest. Beide halfen mit bei den Straßenabsperrungen während der `marcha ́. Kurz vor unserem `Rücklug ́ sprach ich am Telefon mit David, der viele Grüße schickt. Seine Mutter erzählte mir dann unter Tränen, dass Jonathan Ende August während einer Razzia der Polizei, die im Viertel durchgeführt wurde, nachts aus dem Haus geholt und mitgenommen wurde. Die Familie weiß nicht, wo er ist. Diese `Sicherheitshaft ́ kann sich über drei Monate erstrecken, auch ohne Angabe von Gründen. In El Salvador ist es manchmal schon kriminell, ein Jugendlicher zu sein und in der entsprechenden Gegend zu leben. Im August war die Lage sehr angespannt, nervöse Polizisten, verängstigte Bevölkerung etc. Und Jonathan kann nun sein Schuljahr wieder nicht beenden. Für seine Mutter ist klar, dass er keine Unterstützung mehr bekommen wird, solange keine Klärung der Verhältnisse erfolgt. Dasselbe gilt für David.“